Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 428)
- Language
- German, English, Hebrew
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428 jj. Kongreßsitzung: Bericht der Kulturkommission gungen fassen und die Beschlüsse werden auf dem Papier bleiben. Der Absatz a), der prinzipiellen und demonstrativen Charakter im Zusammenhang mit der Lage der Schulen hat, wird von allen akzeptiert werden. Die praktische Behandlung der anderen Paragraphen aber soll dem A.C. übergeben werden. BERICHTERSTATTER ZVI SOHAR: Unsere Vorschläge sind nicht die ersten, es wurden schon heute abends Vorschläge angenommen, die denen der Kulturkommission ähnlich sind, darunter einige Vorschläge in Bezug auf das Budget für Erziehung in Palästina, und niemand hat vorgeschlagen, über sie zur Tagesordnung überzugehen. Warum soll gerade den Vorschlägen unserer Kommission gegenüber eine Ausnahme gemacht werden? Warum sollen die Rechte der hebräischen Kultur und Erziehung auch in den Beschlüssen des Kongresses beeinträchtigt werden? Das Präsidium soll seine wahren Absichten nicht hinter Formalitäten verstecken (VORS. VIZEPRÄS. GRÜNBAUM: Verdächtigen Sie nicht das Präsidium; es hat keine anderen Absichten, als die, die es offen ausspricht). Es gibt hier gemeinsame Beschlüsse, aber keine gemeinsamen Absichten (VORS. VIZE¬ PRÄS. GRÜNBAUM: Kritisieren Sie nicht das Präsidium). Ich brauche das Präsidium nicht zu kritisieren. Sie tun es selbst und schärfer^ wenn Sie solche Vorschläge vorbringen. Sie beantragen, unsere Vorschläge dem A.C. zu übergeben, als ob es sich hier um neue Dinge handelte. Ist Ihnen nicht klar geworden, daß wir durch unsere Anträge nur beabsichtigen, die Exekutive einmal zu zwingen, früher gefaßte Kongreßbeschlüsse endlich zu verwirklichen? Der Kongreß als solcher, in seiner vollen Zusammensetzung, ist die höchste Instanz der Bewegung und der Organisation. Er ist berechtigt und verpflichtet zu erklären, was er über die Mißachtung seiner Beschlüsse durch die Exekutive denkt. Der Kongreß soll und muß auch Beschlüsse fassen* welche weitere Fahrlässigkeiten dieser Art unmöglich machen. Der Kongreß muß beschließen, daß er von der Leitung ein positives Verhältnis zur hebräischen Kultur fordert. Wenn Sie die Vorschläge dem A.C. übergeben, haben Sie sie annuliert. Die meisten Vorschläge decken sich mit Beschlüssen der früheren Kongresse. Ich frage den Kongreß: Was geschah in der Bewegung, was geschah in der Zionistischen Organisation, daß der Kongreß über diese Fragen keine Beschlüsse fassen kann? Gerade dieser Kongreß, der in einer Zeit großer Konjunktur für den Zionismus und die hebräische Kultur tagt! Wer hat uns das Recht ^gegeben, die Interessen der hebräischen Kultur zu bagatellisieren? Ich glaube nicht an die Argumente formaler Natur. Es müssen andere Absichten vorhanden sein. Es gibt wohl Delegierte hier, die nicht den Mut haben, dagegen zu stimmen, und darum die Sache an das A.C. abschieben wollen. Sorget nicht für die Ehre der hebräischen Kultur, wenn Ihr sie gleichzeitig begrabt. Ich verlange vom Kongreß: Laßt die Interessen der hebräischen Kultur nicht verkürzen! Beweise ein jeder seine Stellung zu dieser Frage durch Beteiligung an einer freien, offenen Abstimmung