Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 423)
- Language
- German, English, Hebrew
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Katznelson, Sohar 423 b) Der Kongreß nimmt den Bericht über die Verhandlungen, die gemäß den Beschlüssen des XVII. Kongresses zwischen dem Waad Leumi und der Frauenorganisation Hadassah in Amerika über die Konzentrierung der jüdischen sanitären Institutionen der medizinischen Organisation Hadassah, der Krankenkasse und anderer Institutionen unter der Kompetenz der Knesseth Israel geführt wurden, zur Kenntnis. Der Kongreß drückt seine Zuversicht aus, daß die Bemühungen des Waad Leumi in dieser Richtung von Erfolg gekrönt sein werden. Beide Anträge werden ohne Debatte durch einfache Abstimmung angenommen. BERICHT DER KOMMISSION FÜR HEBRÄISCHE KULTUR IN DER DIASPORA. BERICHTERSTATTER Dr. ZVI SOHAR (Arb., Polen — spricht hebräisch): Im Namen der Kommission habe ich die Ehre, Ihnen einige Vorschläge vorzulegen, deren Absicht es ist, ein starkes Band zwischen der zionistischen Bewegung und der hebräischen Bewegung herzustellen. Gerade von diesem Kongreß, wo wir uns mit der inneren Gesundung der Zionistischen Organisation beschäftigen, können wir nicht gehen, ohne für Stärkung und Hebung der hebräischen Kultur- und Erziehungsarbeit gesorgt zu haben. Einige Monate vor dem Kongreß tagte die Kommission für Organisation und Propaganda. Man bemühte sich dort, Wege und Mittel zu finden, um die Organisations- und Aufklärungsarbeit innerhalb der Zionistischen Organisation derart zu gestalten, daß sie uns bessere Verhältnisse innerhalb der Organisation und eine Erziehung der jungen Generation im Geiste des Zionismus sichern könnte. Schon in dieser Sitzung wiesen einige Teilnehmer auf die Bedeutung der Kultur- und Erziehungsarbeit als ein Mittel zur Besserung der Lage hin. Umsomehr muß dieser Kongreß erklären und beschließen, daß er als eine der aktuellsten Aufgaben der Bewegung die Stärkung der Kulturarbeit ansieht. Und nicht nur das. Wir leben heute in einer Periode des Zionismus, die bisher nicht ihresgleichen hatte. Wir leben in der Zeit einer großen zionistischen „Konjunktur", da die großen Massen sich dem Zionismus und seinen großen Ideen zuwenden und alle die Ali ja nach Palästina anstreben. Werden wir diese Konjunktur unausgenutzt lassen? Werden wir die Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne den Massen und der heranwachsenden Generation den Zionismus in Form und Inhalt zu geben, wie sie den wahren Ideen unserer Renaissancebewegung entsprechen — durch hebräische Kultur und Erziehung? Und zum Schluß: Werden wir auf diesem Kongreß den großen Umschwung im Leben und Denken des westeuropäischen Judentums vergessen? Ist es nicht die Pflicht der zionistischen Bewegung, hier einzusetzen und die entstandene Lücke durch zionistische Kulturarbeit auszufüllen? Aus allen diesen Gründen ist es Pflicht des Zionistischen Kongresses, klar und deutlich vor der ganzen Welt zu erklären, daß es Aufgabe der Zionistischen Organisation und Bewegung ist, nicht nur das bestehende Kultur- und Erziehungswerk zu erweitern, nicht nur die bestehende Kulturarbeit zu vertiefen, sondern einen neuen Eroberungszug für die hebräische Kulturarbeit in der Diaspora zu unternehmen. In diesem Sinn legen wir Ihnen einen Vorschlag vor, der dafür sorgen