Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 415)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lewinsohn, Ostrorvsky 415 Nur die jüdische Intelligenz, diese polyglotte Intelligenz, die alle Sprachen der Welt spricht und in ihnen allen talentvoll schafft, hat sich noch nicht die Kenntnis der hebräischen Sprache erwerben können. Wir protestieren mit allen unseren Kräften gegen diese nationale Sünde. Es gibt kern Parlament in der Welt, in dem nicht die nationale Sprache herrschte. Bei uns aber spricht man 70 Sprachen und macht aus dem nationalen Kongreß einen internationalen. Nicht genug, daß man dadurch die Würde des Kongresses herabdrückt, finden sich noch alte Zionisten, die im Hebräischsprechen eine Schädigung des Kongresses sehen. Das ist grundfalsch. Die Statistik der letzten Kongresse bezeugt, daß mehr als 70 Prozent der Delegierten Hebräisch verstehen und sprechen. Die übrigen 30 Prozent sollen, wenn sie nicht Hebräisch verstehen, eben nicht zu Zionistischen Kongressen kommen. Wenn die zionistische Bewegung diese einfache Wahrheit begreifen wird, dann werden auch die Regierungen, die Redaktionen, die Parteien und Organisationen verstehen, daß man zum Zionistenkongreß einen Vertreter schicken muß, der hebräisch versteht. Wir können nicht schweigend über eine traurige Tradition hinweggehen, die sich in der Zionistischen Organisation verwurzelt hat: die untergeordnete Stellung, die die hebräische Sprache in den Institutionen der Zionistischen Exekutive gegenüber der englischen und der deutschen Sprache einnimmt. Die Korrespondenz zwischen der Exekutive und den Landesorganisationen ist nicht immer hebräisch. 17 Kongreßprotokolle hat die Zionistische Exekutive herausgegeben, alle in deutscher Sprache. Einen offiziellen Führer hat die Exekutive für die Delegierten und Gäste des XVIII. Kongresses herausgegeben, aber umsonst werdet ihr dort hebräische Erklärungen suchen. Geehrter Kongreß, Zionismus und Hebräisch gehören zusammen, ein ewiges Band umschlingt sie. Angesichts der Gefahren des Unterganges unserer Sprache und Kultur im Galuth braucht das jüdische Volk die Realisierung des Hebräischen, eines aufbauenden, schöpferischen Hebräisch. Und es wendet sich an Euch, Führer des Zionismus und Häupter des Volkes: Verteidigt das Hebräische, helfet uns die hebräische Sprache zu neuem Leben erwecken, helfet uns die hebräische Bewegung schaffen, auf daß die hebräische Sprache nicht nur in einzelnen Ländern oder Teilen und Prozenten unseres Volkes herrsche, sondern ein volles absolutes Hebräisch, Erez Israel und den Galuthländern gemeinsam! (Lebhafter Beifall.) BERICHT DER ERZIEHUNGS- UND GESUNDHEITS-KOMMISSION. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Da die Anträge der Kulturkommission noch nicht vorliegen, erteile ich das Wort dem Delegierten Rabbiner Ostrowski zum Referat über die Vorschläge der Kommission für Erziehung und Gesundheitswesen. BERICHTERSTATTER RABBI MOSCHE OSTROWSKY (Misr., Erez Israel — spricht hebräisch): Ich will Ihnen die Vorschläge der Kommis-