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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 414

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 414 (sequence 414)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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414 jj. Kongreßsitzung: Bericht der Kulturkommission stige Verfall des Volkes tief schmerzt, trat vor zwei Jahren zusammen und legte den Grund für die Errichtung des Brüh Ivrith Olamith. Das ist keine neue Schöpfung, sondern, wie ich schon sagte, eine neue Form jener hebräischen Organisation, mit deren Schaffung wir uns schon zwanzig Jahre befassen und die bisher keinen dauernden Bestand hatte, durch die Schuld der Zionistischen Organisation, die nichts dafür tat. Der XVII. Kongreß begrüßte die Gründung des Brith Ivrith Olamith und bestätigte den Beschluß des XVI. Kongresses über die Gründung eines Departements für Kultur- und Erziehungsarbeit im Galuth. Doch wo ist diese Abteilung? Warum wurde sie in diesen vier Jahren nicht geschaffen? Welches Exekutivmitglied steht an ihrer Spitze? Der Kongreß bestimmte genau die Aufgaben dieses Departements. Aber wurde auch nur eine Aufgabe gelöst? Wurden Verbindungen mit den hebräischen Erziehungsorganisationen im Galuth angeknüpft? Sorgte jemand für die innere Entwicklung der verschiedenen hebräischen Schulen? Sorgte jemand für die Verbreitung der hebräischen Sprache und Literatur unter der erwachsenen Jugend im Galuth? Wurde etwas für Aufklärung und Propaganda getan? Wurde der Ausbildung von Lehrern Aufmerksamkeit geschenkt? Nicht einer dieser fünf Punkte, die der XVI. Kongreß beschlossen hatte, wurde verwirklicht, ebenso kein einziger der Beschlüsse des XVII. Kongresses. Wir haben von einem Mitglied der Exekutive gehört, daß dieses Departement wegen Mangel an Geldmitteln nicht errichtet wurde. Aber warum gibt man der Kultur, von deren Existenz doch auch der Bestand des Zionismus im Galuth abhängt, nicht einmal die paar Budgetbrocken? Mit Erbitterung und Protest gegen diesen Zustand stellen wir hier fest, daß es noch keine Freiheitsbewegung in der Welt gegeben hat, die nicht vor allem für die Seele des Volkes gesorgt hätte. Wir haben von unseren Freunden aus Erez Israel von der Gefahr vernommen, die der hebräischen Sprache im Lande droht. Wir sind Zeugen einer Sprachenverwirrung, die mit dem Strom der Ali ja ins Land kommt. Die einzige Eroberung, auf der unser Stolz beruhte, kommt ins Wanken und die volksschaffende Kraft des Hebräischen in Erez Israel wird geschwächt. Der sephardische Jude beginnt jiddisch zu reden und selbst der Araber in Stadt und Kolonie spricht schon jiddisch. Kann es anders sein? Ein Galuth ohne Hebräisch, eine Massenali ja, die nicht mit der hebräischen Sprache verbunden ist, wird Zion nicht aufbauen. Sie wird ein neues Babel schaffen, und dieses Galuthbabel wird schrecklicher sein als alle, die ihm vorausgingen, denn es wird ein Babel sein in Erez Israel. Groß ist die Sünde und unverzeihlich. Mehr als alle Völker haben wir gesündigt. Die zionistische Bewegung will unseren Rücken gerade machen, unsere Gestalt recken, Selbstachtung in unser Herz pflanzen; aber diese Selbstachtung hört auf beim Verhältnis zu unserer Sprache. Die Intelligenz eines jeden Volkes, die cechische, polnische, litauische, lettische, estlandische, irische Intelligenz, die im Laufe von Generationen in fremden Kulturen erzogen wurde und fremde Sprachen gebrauchte, begann den Bau ihres neuen Lebens mit der Erneuerung ihrer Nationalsprache, die sie alle mit einem durchaus natürlichen Fanatismus sprechen.

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