Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 407)
- Language
- German, English, Hebrew
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Herrmann, Ussischkin, Katznelson, Zuchowiecki 407 der Beschluß nicht heute, sondern in einer der nächsten Sitzungen im Namen aller Kommissionen gefaßt wird. Nach einer kurzen Replik Ussischkins, der nochmals dafür eintritt, daß Resolution 6 schon in dieser Sitzung beschlossen iverden möge, wird über die Frage der Vertagung abgestimmt. Mit Stimmenmehrheit wird beschlossen, die Abstimmung über Resolution 6 sofort vorzunehmen. Resolution 6 wird sodann einstimmig angenommen, ebenso die ersten fünf Resolutionen mit dem Amendement Leo Herrmann zu Resolution 1. VORS. PRÄS. MOTZKIN dankt dem Referenten und den Mitgliedern der Keren-Kayemeth-Kommission für ihre Arbeit. SCHMUEL ZUCHOWIECKI (Rad., Erez Israel — spricht jüdisch): Man hat hier über alle möglichen Fragen gesprochen, nur nicht über etwas, was die Grundlage der ganzen Arbeit ist: über den Boden. Wir sind gegenwärtig in der tragischen Lage, daß wir uns selbst die Möglichkeit, Boden zu kaufen, versperren. Abgesehen von den bekannten Schwierigkeiten von Seiten der Regierung, verteuert die Spekulation den Boden. Durch die hohen Preise, die wir zahlen, stärken wir diejenigen, die uns feindlich gesinnt sind. Es gibt in der letzten Zeit sogar Leute, die den Arabern Ratschläge geben und Geschäfte damit machen, den Bodenverkauf zu verhindern. Es handelt sich da um keine bloße Bodenfrage, sondern um eine politische Frage; nicht nur, daß die Araber nicht verkaufen, sondern sie kaufen in anderen Gegenden billigen Boden. Auf unserer Seite ist das Problem, der Bodenspekulation beizukommen, eine reine Erziehungsfrage. So wie die zionistische Bewegung uns alle dazu erzogen hat, aus idealen Gründen unser Land zu bauen, so müssen wir jetzt wieder das Volk erziehen. In Tel Aviv herrscht eine solche Atmosphäre, daß die Menschen, die nach Erez Israel kommen, verdorben werden. Früher kamen sie aus Idealismus, aus Chaluziuth; jetzt kommen Leute, die die Luft durch Spekulation verpesten. Wir stehen geradezu vor einer Katastrophe. Da die Organisation keine Mittel hat und unser Budget so klein wurde, ist der Boden „hefker" (herrenlos) geworden. Wir müssen das Volk darüber aufklären, daß der Boden unsere einzige Hoffnung, daß er ein Heiligtum, die Zukunft des Volkes ist. Wir dürfen nicht zulassen, daß man mit dem Boden schachert (Beifall). Er ist die einzige Basis für unsere Bewegung, für unsere Ideale. Wenn diese Börse, das Schachern mit dem Boden nicht aufhört, dann kommen wir mit leeren Händen von diesem Kongreß zum Volke. Wenn heute Juden mit kleinen Mitteln ins Land kommen und den Boden so stark überzahlen müssen, dann reicht das Geld nicht, das sie haben, und die Tore Erez Israel bleiben ihnen verschlossen. Wenn wir die Kraft haben, Meetings abzuhalten und Proteste zu erheben, dann müssen wir auch die Kraft haben, das Volk aufzuklären und ihm zu sagen, daß Menschen, die sich von der Spekulation mit dem Boden nicht abhalten lassen, Verräter sind. Meine Vorschläge werden unter den Resolutionen der Kolonisationskommission verkürzt erscheinen. Deshalb habe ich es für nötig gehalten, hier von der Bedeutung der Sache, um die es sich handelt, ausführlicher