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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 393

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 393 (sequence 393)
Language
German, English, Hebrew
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Sqkolow 393 der Mittelklassen vor die Mittelklasse. Wir müssen uns die Aufgabe stellen, alle Juden in die Zionistische Organisation zu bringen. Das ist nicht leicht, aber möglich. Das muß die große Frage des Zionismus werden. Mit welchen Losungen sollen wir zum jüdischen Volke kommen? Unsere Ideologie muß ganz klar sein. Katznelson hat irrtümlicherweise die Frage der jüdischen Gleichberechtigung herabgesetzt. Er hat gemeint, die zionistische Bewegung müsse alle ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, deutsche Juden nach Palästina zu bringen. Ich bin damit vollkommen einverstanden; aber wir dürfen gegenüber der Frage der Gleichberechtigung nicht indifferent sein. Es ist das nicht eine Frage von Deutschland allein, sondern auch von andern Ländern. Sollen wir z. B. etwas tun, um die Rechte der Juden in Rumänien zu schützen, oder sollten wir sagen, es gehe uns nichts an? Ich habe mir lange den Kopf über die Frage zerbrochen und bin zur Überzeugung gelangt, daß wir nicht darauf verzichten dürfen, für die Gleichberechtigung in den andern Ländern zu kämpfen und sie mit all unserer Energie zu schützen. Wie ich bereits in der Eröffnungsrede sagte, steht die Sache schon in der Balfour-Deklaration. Dort findet sich die Klausel von den politischen Rechten der Juden in andern Ländern, die durch das Jüdische Nationalheim nicht beeinträchtigt werden dürfen. Es liegt im Bereich der Möglichkeit, daß ein Land sagt, es wolle uns helfen, Erez Israel zu bekommen, aber es wolle mit uns nichts zu tun haben. Es wolle auf Kosten von Erez Israel die Emanzipation einschränken oder abschaffen. Daher ist es — so scheint es mir — im Geist der zionistischen Gesamtheit und der Beschlüsse unserer kompetentesten Autoritäten gelegen, daß wir Zionisten gegen jedes Unrecht, jede Beschränkung unserer Rechte in den Ländern der Diaspora wie in Erez Israel kämpfen. Wir können nicht so leicht darüber hinweggehen. Es handelt sich um 16 Millionen Juden. Man könnte vielleicht sagen, daß für die Gleichberechtigung andere Organisationen arbeiten sollen, wir hätten es nur mit Erez Israel zu tun. Das kann deshalb nicht sein, weil andere Organisationen nicht so energisch für die Gleichberechtigung arbeiten werden. Darum müssen wir uns auch mit der Gleichberechtigung, mit der Frage der Minoritäten beschäftigen. Die andern kämpfen nicht genügend dafür. Die Zionistische Organisation muß daher mit anderen Organisationen zusammenarbeiten, um die jüdische Gleichberechtigung zu wahren und für Erez Israel zu arbeiten. Das ist unser Programm. Aber das Programm allein genügt nicht. Der Kongreß muß sich auf den Standpunkt nicht von kleinen, sondern von großen Konzeptionen stellen und den Zionismus zu dem machen, was Herzl wollte, zur Lösung der Judenfrage. Und wenn man den Zionismus zur Lösung der Judenfrage machen will, dann darf man nicht nur eine Konklusion betrachten, sondern auch ihre Prämissen. So werden wir die Interessen von Erez Israel mit den Interessen der 16 Millionen Juden in der ganzen Welt verknüpfen. Dann werden wir alle unsere Kräfte vereinigen können, werden mehr Menschen und mehr Mittel aufbringen. Doch Vereinigung, Koordination, ist nur dann möglich, wenn wir nicht

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