Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 388)
- Language
- German, English, Hebrew
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388 12. Kongreßsitzung: Generaldebatte provoziert uns!) Das ist nicht wahr; die letzten zwei Jahre haben bewiesen, daß das nicht wahr ist. Wenn man Frieden stiften will, muß man zu allererst die Tatsachen genau kennen; und wenn man die Tatsachen kennt, Herr Schechtmann, muß man sie genau zitieren! Zweitens darf man nicht die eine Hälfte gegen die andere aufhetzen, sondern muß eine Zusammenarbeit ermöglichen. Wie Dr. Wise bin auch ich Allgemeiner Zionist, aber meine Auffassung vom Allgemeinen Zionismus ist nicht negativ wie die seine, sondern positiv: Ich.will das Beste der verschiedenen Richtungen vereinigen und darauf meinen Allgemeinen Zionismus aufbauen (Beifall). Nach der langen Reihe von Vorwürfen, die Dr. Wise der Linken gemacht hat, kam mir die große Lobrede, die er der Exekutive hielt, einigermaßen verdächtig vor. Diese Exekutive war doch eine linke Exekutive! Und wenn Dr. Wise die Linkspartei so scharf angriff, so hatte er nur die Partei angegriffen, auf die sich die Arbeit Arlosoroffs und Lockers stützte und der auch ich mit meinen Ideen und meiner Person nahestehe. Um eines will ich bitten: Betrachtet die Kritik an der Exekutive nicht als ein parlamentarisches Spiel! Unsere Lage ist viel zu ernst, um zu spielen. Richtet nicht gegen den oder jenen Beschuldigungen, die nicht auf Tatsachen beruhen, sondern nur verhetzend wirken. In diese Kategorie gehört es, wenn man z. B. der Exekutive den Vorwurf macht, sie sei schuld an der Unsicherheit unseres politischen Lebens. Wir stehen auf einem Scheideweg in unserer Bewegung. Was in den letzten Jahren in Erez Israel und in der Politik der Exekutive vorgefallen ist, wird keinen Vergleich damit aushalten können, was in den nächsten Jahren in der Entwicklung des nahen Orients geschehen wird. Redet Euch nicht ein, daß man auf uns wartet! Jedes Jahr, fast jeden Monat treten Änderungen in der politischen Weltlage ein, nicht nur in der des jüdischen Volkes, sondern in der Lage aller Völker und speziell jener, mit denen wir in Erez Israel verbunden sein werden. Und wenn Ihr unsere Politik für die Zukunft bestimmt, dann denkt an die Wichtigkeit der Aufgabe, die uns auferlegt ist, sprecht nicht nur von Einheit, sondern schafft sie, baut sie nicht auf Worten oder einzelnen Menschen auf, sondern tuet die Arbeit, die getan werden muß, um die Zukunft unseres Volkes zu sichern! (Stürmischer, langandauernder Beifall.) VIZEPRÄS. ELIESER KAPLAN (übernimmt den Vorsitz): Das Wort hat Herr Präsident Sokolow. NAHUM SOKOLOW (Präs. d. Zion. Org. — mit stürmischem Beifall begrüßt, spricht jüdisch): Unserer Tradition gemäß antwortet der Präsident der Organisation auf die Kritik der Generaldebatte. Ich suche unter den kritischen Bemerkungen, die hier gemacht worden sind, nach einer Kritik gegen den Präsidenten, wie man beim Chomezbatteln nach einem Stückchen Chomez sucht, jedoch ich kann nicht allzuviel finden, wenn man es nicht vorher absichtlich vorbereitet hat. Ein Stückchen Chomez habe ich aber doch gefunden, das mir die Möglichkeit gibt, zu antworten. Berl Katznelson hat in seiner ausgezeichneten und sehr erregten Rede — er hat gewiß das Recht, erregt zu sein — im Zusammen-