Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 387)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Brodetsky 387 legen, ob es vielleicht einen anderen Weg gibt? (JABOTINSKY: Sie glauben sich selbst nicht!) Ein kluger Zionist glaubt anderen nicht; aber mir selbst nicht zu glauben, so klug bin ich nicht (Heiterkeit). Der erwähnte Artikel basiert auf einem langen Aufsatz der „Times" über die Araberfrage. Und es ist wichtig, daß wir wissen, wie andere unsere Probleme in Erez Israel auffassen, nicht weil wir diese Meinung akzeptieren müssen, sondern weil wir damit zu rechnen haben. Die Araberfrage, das Problem der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern in Erez Israel, ist eines der Probleme, die jetzt auf der Tagesordnung stehen, und das vielleicht das wichtigste Problem der nächsten Jahre sein wird. Es wurde hier gestern ein großer Angriff auf die Linkspartei gemacht, weil sie die arabischen Arbeiter unterstützt und ihnen mit Rat und Tat hilft, sich zu organisieren. Es ist nun interessant, daß in diesem Artikel die Linken angegriffen werden, weil sie so fest auf dem Prinzip der jüdischen Arbeit beharren. Der Verfasser des Artikels sucht das erklärlich zu machen, indem er sagt: „Die Linken kommen aus Ländern, in denen der Nationalismus sehr stark ist, deshalb sind sie auch gegen arabische Arbeit in Erez Israel." Und dann wiederholt der Artikelschreiber das alte Lied: „Die feinen Leute, die Pardeßbesitzer, beschäftigen arabische Arbeiter, und dort, in den Pardessim, ist die Atmosphäre zwischen Juden und Arabern viel feiner und vornehmer." Der Beweis dafür? Wir haben die Ausschreitungen des Jahres 1929 noch sehr gut in Erinnerung und wissen, wie das Verhältnis zwischen den Pardessanim und den Arabern war, die bei ihnen arbeiteten! Wenn wir also in der Generaldebatte interne Polemik führen, so verzichte man darauf, mit der arabischen Frage zu spielen, denn die Frage der Kooperation mit den Arabern ist eine der wichtigsten unserer Bewegung. Jetzt ein paar Worte zur Rede von Dr. Stephen Wise. Es tut mir leid, auf diese Rede, die oratorisch zu den besten zählt, die wir hier zu hören bekamen, in einer Sprache antworten zu müssen, die ich nur stammle. Und obwohl man mir oft vorwirft, daß ich wie ein Professor der Mathematik und nicht wie ein feuriger Volksredner spreche, will ich doch versuchen, kühl und ruhig zu antworten. Dr. Wise ist hierhergekommen mit der Absicht, eine geeinigte Front zu schaffen. Er begann seine Rede damit, daß dieser Kongreß eine Einheitsfront aller Parteien schaffen müsse. Selbstverständlich freut man sich, wenn man dieses Wort hört. Wie schafft aber Dr. Wise diese Einheitsfront? Ganz einfach, indem er der Linken sagt: „Ihr wollt ein Monopol über Erez Israel haben, wollt Andersgesinnte nicht ins Land lassen, wollt eine Inquisition im Zionismus" usw. Ich saß da und staunte. Denselben Vorwurf kennen wir doch aus dem Weißbuch von 1930! Diesen Vorwurf hat uns doch Paßfield gemacht! (Lebhafter Beifall.) Gegen diesen Vorwurf haben wir mit der englischen Regierung gekämpft und sie gezwungen, nachzugeben und einzugestehen, daß er falsch ist. Die englische Regierung hat es verstanden. Und hier am Zionistenkongreß haben manche es noch nicht verstanden. Man will eine Einheitsfront schaffen, indem man die Gemüter auf dem Kongreß, und gerade auf diesem Kongreß, gegeneinander aufhetzt! (Zwischenruf rechts: Man