Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 386)
- Language
- German, English, Hebrew
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386 12. Kongreßsitzung: Generaldebatte und dies sei, soweit wir wissen, für das Jahr 1934 zu erwarten. Auch in meinem Referat vor dem Kongreß habe ich das gleiche gesagt. Wenn Herr Schechtmann zugehört hätte, dürfte er nicht sagen, was er gesagt hat. Wir Zionisten nehmen diese Dinge zu leicht, wir müssen sie ernster nehmen (BEN GURION: Ich möchte eine Frage stellen: Hat Herr Jabotinskyy als er Mitglied der Exekutive war, nicht seine Zustimmung zu einem Legislative Council gegeben?). Jener Teil des Kongresses weiß besser als ich, was damals geschehen ist. Ich war damals nicht in der Exekutive und bin kein Geschichtsschreiber. Ich muß mich wundern, daß der Repräsentant jener Partei getan hat, was er getan hat. Herr Schechtmann hat hier gesagt, daß ich die Idee der Petition kindisch genannt habe. Ich bitte Herrn Schechtmann, das Stenogramm meines Referates zur Hand zu nehmen, und er wird sehen, daß das falsch ist. Ich habe gesagt: Leider gibt es unter uns eine Gruppe, die auf kindische Weise mit der Idee einer Petition spielt. Die Idee eines Appells an die Welt ist doch eine Grundidee der zionistischen Propaganda. Wenn man aber aus ihr ein politisches Spielzeug macht, einen Apparat der Gegnerschaft gegen die Mandatarmacht — heißt das nicht, mit einer großen Idee auf kindische Art zu spielen? Weiters habe ich gesagt: Dieser Kongreß muß beweisen, daß ein Appell an die Menschheit eine ernste Sache ist, die unsere Zusammenarbeit mit der englischen Regierung nicht stören wird. Ich hoffe, daß sich der Kongreß dadurch, daß man aus der Petitionsidee eine kindische Sache gemacht hat, nicht abschrecken lassen, sondern mit einem großen Appell vor die Menschheit treten wird, der sie erschüttern und sie bewegen soll, dem jüdischen Problem ihre Aufmerksamkeit zu schenken. (Dr. SCHECHTMANN: Also nehmen Sie die Idee der Petition an!) Darüber werden wir in der politischen Kommission sprechen (Dr. SCHECHT¬ MANN: Ich nehme Sie beim Wort). Mein Wort habe ich Ihnen nicht gegeben. Wir führen hier unsere Generaldebatte durch. Aber auch um uns herum in der Welt wird eine Generaldebatte über unseren Kongreß geführt. Wir waren in diesen Tagen zu beschäftigt, um zu bemerken, daß die große Welt von unserem Kongreß spricht. Es ist wichtig, gerade in diesem Moment, wo wir von zionistischer Politik sprechen, zu beachten, was die wichtigen Zeitungen in England über uns schreiben und was für eine Antwort wir darauf zu geben haben. Unsere Antwort darf nicht nur für den internen Gebrauch bestimmt sein, sondern auch für außenstehende Faktoren, die großen Einfluß auf unsere Arbeit haben. Vorige Woche erschien in der „Times" ein Leitartikel über den Kongreß. Jene, die in unserer politischen Arbeit nur große Worte, kühne Attacken und scharfe Resolutionen sehen möchten, sollten sich diesen Satz gut merken — nicht, als ob dieser Leitartikel für mich maßgebend wäre; maßgebend ist für mich nur die jüdische, nicht die englische Meinung, aber wir müssen damit rechnen, was die englische öffentliche Meinung sagt. In diesem Artikel heißt es: „Kritik der englischen Regierung ist schon Mode geworden auf den letzten zionistischen Kongressen." Nun, meine Herren, wenn dieser Weg, die englische öffentliche Meinung für uns zu gewinnen, falsch ist, müssen wir da nicht über-