Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 385)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky 385 zu überreichen, 2. ein Memorandum zu verfassen, das in einem späteren Zeitpunkt übergeben werden sollte. Wir haben der Regierung die Resolutionen des A.C., welche den French-Bericht als Basis für die Bodenpolitik ablehnen, sofort eingereicht. Ueberdies erklärten wir der Regierung unseren Standpunkt auch mündlich; — es ist also nicht richtig, daß die Regierung unseren Standpunkt bis März nicht gekannt hat. Während der ganzen Zeit wurden Verhandlungen mit der Regierung geführt. Und nun kommt Herr Schechtmann und will auf dem Kongreß den falschen Eindruck erwecken, daß von August bis März die Exekutive ihren Standpunkt der Regierung nicht dargelegt hat. Das ist falsch, und Herr Scnechtmann hat gewußt, daß es falsch ist. Drittens: die Frage der Debatte im englischen Parlament. Da ist Herr Schechtmann lyrisch geworden. Er hat gesagt, die Judenfeinde hätten Reden gegen uns gehalten und es habe nur einen Helden im ganzen Parlament gegeben — er ist das Privateigentum der Gruppe rechts — Colonel Wedgwood, der den Mut hatte, gegen die Regierung aufzutreten. Das ist eine Frage der Technik der parlamentarischen Debatten in England, von der Herr Schechtmann nichts weiß. Was man redet und wer redet, wird nicht von Herrn Schechtmann und auch nicht von der Exekutive bestimmt — das bestimmt der Vorsitzende des Parlamentes. Er hat unbeschränkt zu bestimmen, wer sprechen soll. Als man das Budget des Colonial Office im vorigen Jahre behandelte, wurde zwei Drittel der Zeit von Erez Israel gesprochen. Auch dieses Jahr hatte eine ganze Reihe von jüdischen Rednern ihre Namen in die Rednerliste aufnehmen lassen, um von Erez Israel zu sprechen. Aber diesmal wollte das Parlament über Ostafrika sprechen, und unsere Redner kamen nicht zu Worte. Man darf nicht hierherkommen und den Eindruck erwecken, als würden unsere Freunde nicht stets bereit sein, jüdische Interessen zu verteidigen. Man soll auch weder sich, noch anderen einreden, daß, was Wedgwood in dieser Debatte sagte, sehr viel geholfen hat. Ich will nichts gegen den guten Willen und die Freundschaft von Wedgwood sagen; er ist einer der größten Freunde, den der Zionismus und das jüdische Volk überhaupt in der Welt haben. Aber bei dem, was er geredet hat, handelte es sich um eine ganz andere Sache. Er hat gegen die Anleihe polemisiert, aber nicht, weil die Juden nichts davon haben werden und weil jüdische Steuerzahler zahlen müssen, sondern weil es in England Hunderttausende armer Leute gibt. Er fragte: Warum eine Anleihe für Erez Israel und nicht für England? Ist es recht, auf diese Tribüne zu kommen und zu sagen, daß unsere Freunde keinen Mut hatten, zu reden und daß nur einer dem jüdischen Volk gegen seine Feinde geholfen hat? Herr Schechtmann hat uns gesagt, man habe uns tausendmal versichert, daß der Legislative Council keine unmittelbar drohende Gefahr sei. Herr Schechtmann war bei der Pressekonferenz in Warschau im Dezember vorigen Jahres anwesend, von der ich gesprochen habe, und er kann in der polnischen Presse nachlesen, was ich über dieses Problem gesagt habe. Wir sagen, daß die Regierung erklärt hat, sie werde an dieses Problem herangehen, wenn das Problem der lokalen Verwaltung gelöst sei,