Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 377)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ohr enstein, Hager, Badich i 377 sollte doch durch seine Arbeit und seine Beschlüsse dem Judentum im Galuth neue Kräfte geben, damit es die Verfolgungen, die es zu erleiden hat, durchhalten kann. Wo stehen wir aber jetzt? Anstatt eine Sechserkommission zu wählen, die die Aufgabe haben sollte, Frieden zwischen den einzelnen Gruppen zu stiften, befaßt man sich Tag und Nacht mit einer Sechserkommission, die bis zu diesem Moment kein klares Wort gesprochen und auch den Schatten nicht verdrängt hat, der auf diesem Kongreß liegt. Einer von den Rednern sagte, es sei unmöglich, daß man heute eine Friedensstimmung schaffen kann. Ich frage aber: Wenn es nach dem großen Weltkriege möglich war, daß verschiedene Völker sich an einen Tisch setzten und Frieden schlössen, warum ist es unmöglich, daß die Vertreter des jüdischen Volkes, das auf Worte der Ermunterung für seine verelendeten Brüder wartet, sich an einen Tisch setzen und Frieden schließen? Einer der Delegierten der Linken sagte mir: Wir führen den Kongreß. Bedeutet das Verantwortlichkeit? Wenn Ihr wirklich stark seid, müßtet Ihr die Hand zum Frieden ausstrecken und nicht über Ausschluß sprechen und nicht versuchen, ein lebendiges Glied aus der Zionistischen Organisation zu entfernen. Auch in Erez Israel solltet Ihr Eure Verantwortung fühlen und nicht das religiöse Judentum abstoßen, das mit Euch gehen wollte. Ich bemühe mich an meinem Wohnort, auch für Eure Chaluzim Arbeit zu schaffen, aber ich wende mich gegen die Taktik, die man gegen unsere Chaluzim anwendet und mit welcher man gegen sie konkurriert. Man sagt, sie arbeiten nicht am Schabes, wir aber arbeiten am Schabes. Ist das nicht ärger als Streikbrecherei? Ich bin seit dem XII. Kongreß Delegierter, und ich erinnere daran, wie viele Rabbiner hier auf den Kongressen zu sitzen pflegten. Wo sind sie jetzt? Ihr habt sie verjagt mit Eurer Taktik im Galuth und in Erez Israel. Hört damit auf! Es gibt keinen anderen Weg, um das Land aufzubauen, das so viele Feinde hat. Wir sind Kinder einer Mutter. Ich appelliere ernsthaft an Euch, gebt uns die Möglichkeit mitzubauen und stoßt unsere religiösen Juden nicht weg! Seht doch ein, was Schabes, was koscheres Essen und Chomez am Pessach ihnen bedeutet! Wenn es Euch ernst ist mit Erez Israel, mit einem jüdischen Erez Israel, dann müssen wir unsere armen bescheidenen Kräfte im jetzigen Moment sammeln und den Bruderkampf vermeiden. Auch von Eurem Standpunkt aus ist das notwendig. Wenn Ihr auch selbst nicht die Religion wollt, so könnt Ihr es doch nicht erzwingen, daß unsere Kinder eine Hachschara durchmachen, die unseren religiösen Gefühlen widerspricht. Ich weiß von einem Fall, wo Leute vom Haschomer Hazair die Mesusa heruntergerissen haben. Erez Israel muß ein jüdisches Land sein, erfüllt vom Geiste der jüdischen Lehre, dann werden wir das Land nicht nur für einen Teil des Volkes aufbauen, sondern für das ganze jüdische Volk (Beifall). CHAIM BADICHI (Jemenit, Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): In Erez Israel'herrscht ein Bruderkampf. Es gibt eine bestimmte Partei> die Haß und Streit säet, den Haß gegen den organisierten jüdischen Arbeiter. Das ist beschämend und gefährlich, nicht nur für die Partei, sondern für das ganze Judentum, in einer Zeit, da es in allen Ländern und