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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 374

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 374 (sequence 374)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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374 12. Kongreßsitzwig: Generaldebatte Führerschaft zurückrufen (Beifall links, Zwischenrufe der Revisionisten : Um einen binationalen Staat zu errichten?) und die Fehler des vorigen Kongresses gutmachen wird, damit es der starken Führung Weizmanns gelinge, alle schöpferischen Kräfte unserer Bewegung von links und vom Zentrum zu konzentrieren und für die jüdischen Volksmassen, die nach Erez Israel drängen, neue Aufbaumöglichkeiten in Erez Israel zu schaffen (Beifall). RABB. Dr. SAMUEL HIRSCHFELD (Misr.y Westgalizien — spricht jüdisch): Ich will mich an den Hohen Kongreß wenden. Wir religiöse und andere Zionisten, die wir aus der Sturm- und Drangperiode des Zionismus stammen, die wir der romantischen Zeiten des Zionismus gedenken, als diese Tribüne die höchste im Judentum war, als von hier Worte ausgingen, die die Seele des Volkes aufrichteten und nicht die Seele der Nation vergifteten — wir erinnern uns, daß man damals den Kongreß mit dem Titel „Hoher Kongreß" ansprach. Im Gedenken dieser Zeiten verwendete ich auch heute diesen Titel. Ich bin kein Parteiführer, sondern Vorsitzender einer kleinen Landes- Organisation, und ich möchte euch sagen, was das Volk über diesen Kongreß denkt und was es von ihm verlangt. Nicht nur unter den Delegierten herrscht tiefe Mißstimmung und bittere Enttäuschung über das, was auf diesem Kongreß vorgeht. Die Augen der ganzen jüdischen Welt waren nach Prag gerichtet und man horchte auf: Was wird die Zionistische Organisation, die den Anspruch darauf erhebt, die einzige Helferin in der jüdischen Not zu sein, in der finsteren Nacht unseres schweren Kampfes sagen? Was aber bekommt das jüdische Volk zu hören? Zehn Tage hindurch hat das jüdische Volk kein einziges positives, kein schöpferisches, kein aufbauendes Wort gehört, sondern gegenseitige Streitigkeiten, Zänkereien und Sticheleien. Präsident Sokolow sagte, dieser Kongreß solle ein Kongreß von Chaj (Leben) werden. Die Bedingung für Chaj aber ist, daß Frieden herrscht und daß man sich nicht gegenseitig bekämpft. Als einfacher Soldat der Organisation rufe ich den Führern von rechts und von links zu: Laßt die Toten ruhen! Das jüdische Volk erwartet nicht die Resolutionen, um die sich seit Tagen sechs Männer bemühen, das jüdische Volk erwartet Aufbau. Das jüdische Volk verlangt nicht Ausschließung, sondern Einigung, es wird niemals verstehen, daß man gegen irgendwelche Teile des Volkes Schritte unternehmen kann (Beifall). Und nun wende ich mich nach links: Wir sollen von diesem Kongreß aus zur täglichen Arbeit gehen. Wie sollen wir aber arbeiten, wenn wir von hier mit bitterem Herzen und vergifteter Seele weggehen? Wir haben die bitteren Worte Ussischkins gehört über die Unmöglichkeit des Keren Kayemeth, etwas zu schaffen, wir haben gehört, wie schlecht es um den Keren Hajessod bestellt ist. Ein Volk kann Opfer bringen, wenn die entsprechende Stimmung dafür vorhanden ist. Man sagt immer, der Keren Hajessod gehe zurück, weil die Wirtschaftskrise herrscht. Das ist nicht wahr. Die Juden sind anders geartet als die übrigen Völker; gerade dann, wenn es uns schlecht geht und wir in Not

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