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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 372

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 372 (sequence 372)
Language
German, English, Hebrew
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372 12. Kongreßsitzimg: Generaldebatte Zionistischen Exekutive waren. Hat die Exekutive jetzt wenigstens dafür gesorgt, daß sich ähnliche Fälle nicht wiederholen? Es handelt sich nicht um die juridische Verantwortung — darin kennt sich der einfache Jude nicht aus. Wenn eine Gesellschaft in einem Lokal amtiert, in dem sich zionistische Ämter befinden, und wenn an der Spitze der Gesellschaft Personen stehen, die als zionistische Führer bekannt sind, erhält der einfache Jude den Eindruck, daß es sich hier um eine zionistische Sache handle, zu der er Vertrauen haben kann. Wer sonst als die zionistische Leitung hat dafür zu sorgen, daß solche Sachen nicht vorkommen? Das ist ihre Pflicht und sie muß mit strengster Rücksichtslosigkeit vorgehen. Die Leitung der zionistischen Bewegung, der größten Volksbewegung im jüdischen Leben der Gegenwart, hat einen sehr schwachen Kontakt mit den jüdischen Massen. So konnte es kommen, daß verantwortungs- und herzlose Schreiber und Politiker einen großen Teil des jüdischen Lebens beherrschen. So war es zum Beispiel möglich, daß eine Partei, die hier im Kongreß sitzt und sogar einen Vertreter in der Exekutive hat, in den kleinen Städtchen Kandidaten für Ansiedlung in Transjordanien registrierte. Woher soll denn der kleine Krämer aus Pinsk wissen, daß man sich so über seine Not lustig macht, daß das nur Stimmenfang ist? So war es auch möglich, daß nach der vorjährigen Aktionskomiteesitzung in London Leitartikel geschrieben wurden des Inhalts, die Arbeiter hinderten den Keren Kayemeth daran, Boden in Transjordanien zu kaufen, und die Arbeiter wären gegen die Resolution des A.C. über den French- Bericht gewesen. Und nun gar die Hetze, die in der Frage der deutschen Juden organisiert wird! Diese professionellen Kriecher und Majofis-Sänger, deren täglich Brot Schmeichelei vor dem Starken ist, werden plötzlich große Helden, wenn es sich um einen Kampf handelt, in dem andere gefährdet sind! Wir, die Arbeiter und Sozialisten, kämpfen gegen Fascismus, Sklaverei und Blutherrschaft nicht nur dann, wenn wir uns in einem sicheren Winkel befinden, sondern immer und überall, und nicht nur, wenn Juden, sondern selbst wenn Nichtjuden darunter leiden. Die Feiglinge und Kriecher, die die Knute küssen, mit der sie gepeitscht werden, und anderen wohlmeinende Ratschläge erteilen, wie man ein Held sein kann, sollten lieber schweigen! Mit ihnen werden wir den Kampf für die Freiheit nicht führen. Man kann nicht mit dem Fascismus in Italien sympathisieren und gegen den Hitlerismus in Deutschland protestieren. Das sind böse Auswüchse ein und desselben schädlichen Systems. Und wer einverstanden ist mit einem solchen System, hat nicht das moralische Recht, gegen seine Auswüchse zu protestieren. Für uns ist der Boykott nur ein Teil des Kampfes gegen den Hitlerismus. Und darin fühlen wir uns solidarisch mit der internationalen Arbeiterbewegung, die den Boykott als einen Teil ihres breiten Kampfes gegen den Fascismus proklamiert hat, denn eine Boykottlosung kann nur dann den entsprechenden Widerhall bei den Massen finden, wenn sie als Teil des Kampfes gegen das System als solches proklamiert wird, dieses System, das auch zu antisemitischem Barbarismus führt. Mit Anhängern dieses ganzen Systems haben wir auch in der Frage des Boykotts nichts

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