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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 368

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 368 (sequence 368)
Language
German, English, Hebrew
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368 12. Kongreßsitzung: Generaldebatte Wasser gepumpt, bis etwas Sanftes und Kraftloses herausgekommen ist. Und statt dem verzweifelten jüdischen Volk Mut und Vertrauen zu sich selbst zu geben, hat man ihm eine wässerige Limonade vorgesetzt. Ich komme zu einer anderen Frage: Wenn dieser Kongreß unzuständig ist für die Frage, die uns erschüttert, dann frage ich: Wohin mit dieser Schicksalsfrage? Sie wissen, daß wir in einigen Tagen zu einer jüdischen Konferenz gehen, welche diese Frage behandeln wird und ich gehe — das sage ich Ihnen als Zionist — mit schweren Gewissensbedenken hin, denn ich stelle mir die Frage: Kann es zwei jüdische Parlamente nebeneinander geben? Kann das Schicksal des jüdischen Volkes geteilt werden in einen rein palästinensischen Zionismus und in das Judenproblem im Galuth? Können wir diese Teilung aufrechterhalten? Wenn wir sie aufrechterhalten, dann wird ein Moment kommen, da diese beiden Organisationen einander verschlucken, und ich weiß nicht, welche es sein wird, die die andere verschluckt, ich weiß nicht, ob die Zionistische Organisation dann noch die Kraft haben wird, wieder auf das Galuth zurückzugreifen und sich wieder aus dem Galuth zu erneuern. Man hat in den Reihen der Linken gesagt, daß ich, der ich ein Freund der Arbeiter bin, nun ihr Feind geworden sei. Ich bin nicht ihr Feind geworden, aber ich bin ein Gegner der Richtung geworden, die sie eingeschlagen hat. Ich verstehe, daß für Menschen, die nur im Aufbau des Landes beschäftigt sind, mit der ganzen Schwere der Verantwortung für die Fülle der Aufgaben belastet, der Zionismus sich einengt; aber ich kann es nicht billigen und nicht mitmachen. Und weil ich der Ansicht bin, daß man Palästina nur aus dem unerschütterten Galuth aufbauen kann, kann ich den Weg des kleineren Zionismus, der Zeit hat, der Musterfarmen aufbauen will, der eine Kuh Bella mit zwanzig oder vierzig Liter Milch züchten will — und dabei an das Judenproblem vergißt, nicht mitmachen. Wenn wir um das Recht des jüdischen Volkes vor dem Völkerbund kämpfen, dann erinnern wir uns, daß dort in den Schubläden des Völkerbundes noch ein jüdisches Recht eingeschlossen ist, das Recht des jüdischen Volkes auf sein Land. Wir wissen, daß ein Attentat auf die Gleichberechtigung der Juden nur möglich ist, weil diese überall eine Minderheit sind, weil es kein Land gibt, in welchem sie eine Mehrheit sind. Das versteht man ohne Philologie und ohne die Fähigkeit, Resolutionen zu drechseln, daß es für dieses Galuth nur eine Lösung gibt: ein staatsbildendes Mehrheitsvolk zu werden. Man versteht ohne Formulierungen, daß es nur eine Lösung geben kann: einen freien jüdischen Staat für ein freies jüdisches Volk in einem freien jüdischen Land. Wenn man nun betrachtet, was die Macht, die auf Grund unserer Unterschrift die Verwaltung unseres Landes bekommen hat, in dieser Zeit der Verzweiflung des jüdischen Volkes tut, wenn die Mandätarmacht in dieser Zeit, da hunderttausende heimatlos gewordener Juden ihre Heimat suchen, mit der kühl lächelnden Geste des Gentleman vor dem Tor unseres Landes steht und das große Schloß zusperrt; und wenn sie dann erklärt, das sei fair gehandelt, dann müssen wir sagen, daß das Wort „fair" ein insularer Begriff geworden ist. Wenn man in dieser Zeit sozialpolitische Experimente macht, wenn man in dieser Zeit, da

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