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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 353

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 353 (sequence 353)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8760-3484910
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Katznelson, Gluska 353 tens Ihrer nationalen Institutionen; auch erlaubt es die mir zugeteilte Zeit nicht. Ein Beispiel unter vielen möge genügen: In unserem Nationalen Heim wird eine Gruppe Jemeniten, welche gewagt hat, zwischen Schaarajim und Tel Aviv einen Autobusdienst einzurichten, grausam verfolgt; man bringt es. fertig, ihre Autobusse zu überfallen, sie erleben täglich neue Angriffe, und unsere nationalen Institutionen schauen gleichmütig zu. Mehr noch, ein Mitglied der Leitung des Waad Leumi wagte zu behaupten: „Wozu braucht Ihr Jemeniten eine Autobuslinie? Ihr seid Taglöhner und könnt Taglöhner bleiben!" So geht man mit fleißigen und opferwilligen Zionisten um, weil sie aus Jemen stammen und braun sind! Und ich schleudere der Jerusalemer Exekutive dieselbe Anklage entgegen, die wir Juden den Völkern entgegenschleudern, die uns ungerecht behandeln: auch die Jerusalemer Exekutive macht einen Unterschied, nicht zwischen zwei Völkern eines" Staates, sondern zwischen den Angehörigen eines und desselben Volkes! Und wenn die Jerusalemer Exekutive glaubt, daß diese furchtbare Anklage unberechtigt ist, so steht es ihr frei, mich vor das Kongreßgericht zu fordern: ich werde Beweise erbringen! Bevor wir unsere Stimme vor dem Forum des jüdischen Volkes erhoben, speiste man uns mit den Knochen vom Tische der anderen ab; seit wir es aber gewagt haben, unsere Stimme zu erheben, um Gerechtigkeit zu fordern, ist auch dies unterblieben, und wir erhalten nicht einmal mehr die Brocken, die unsere eigenen Volksgenossen uns gnädig zu bewilligen pflegten; als wollte man unseren Schrei nach Gerechtigkeit mit zielbewußtem Abwürgen beantworten! Zunächst: wir erhielten nur armselige Stückchen Land, und zwar nach erbittertem Kampf mit dem „eisernen" Herrn Ussischkin; seitdem sind sechs bis sieben Jahre verflossen, und das uns zugewiesene Land liegt noch immer brach. Es wurde nicht für die Besiedlung vorbereitet. Während desselben Zeitraumes sind riesige Bodenflächen besiedelt worden, allerdings handelte es sich nicht um Jemeniten, sondern um Volksgenossen erster Klasse. Unsere Kinder verkommen auf der Straße. Warum? Man will uns zwingen, sie in Schulen zu schicken, wo sie zur Mißachtung der heiligsten Güter unseres Glaubens erzogen werden, in Schulen, wo ihre reine hebräische Aussprache vollständig verdorben wird. Es gibt noch Juden auf der Welt, die ein reines Hebräisch sprechen, aber diese wichtige Tatsache wird einer rechthaberischen Politik geopfert. Und nun zur Frage der Einwanderung. Seit 1922 werden wir Juden in Jemen unsagbar verfolgt. Die Bestimmungen, die das Leben der Juden in Jemen zur Hölle machen, werden täglich verschärft. Zu Hunderten fliehen die Juden Jemens der Küste zu. Nach Fußreisen, die wochenlang dauern, kommen sie an der Küste des Roten Meeres an. Hier aber sind sie buchstäblich der Vernichtung ausgeliefert, denn niemand steht ihnen mit Rat zur Seite, es gibt keine Hachschara-Stationen, es gibt kein Palästinaamt, es gibt kein Immigrationsbüro. Die Immigrationsabteilung der Jerusalemer Exekutive zieht es aber vor, taub zu bleiben, und unser Verzweiflungsschrei verhallt ungehört. Von den Tausenden von Zertifikaten, die jährlich zur Verteilung gelangen, entfallen auf Jemen 200 bis 250.

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