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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 348

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 348 (sequence 348)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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348 Ii. Ko7igreßsitznng: Generaldebatte viel auf nationalem Gebiete — genüge heute mit ihrem formalen Nationalismus, ihrer sozialen Inhaltslosigkeit und ihrer Verbürgerlichung den Bedürfnissen des Landes nicht mehr, da der Jischuv seine Kinder nicht in London studieren lassen, sondern zur Arbeit im Lande erziehen soll — wenn wir fordern, daß die Erziehung diesen Bedürfnissen angepaßt werde, sträubt Ihr Euch dagegen. Wir aber haben die neuen Arbeiterschulen geschaffen, weil wir keinen Konflikt zwischen Vater und Kind wollen; wie der orthodoxe Jude, muß auch der Arbeiter eine eigene Schule für seine Kinder haben. Ich bin einverstanden mit einer einheitlichen nationalen Schule, aber ihren Inhalt soll der Kongreß bestimmen. Wollt Ihr wirklich nationale Einheit in der Erziehung, dann müßt Ihr eine nationale Einheit schaffen, die allen Kindern gleiche Erziehungsmöglichkeiten bietet (Beifall). So lange man alle kapitalistischen Lebensformen in Erez Israel aufrichten und die Arbeiter im kapitalistischen Joch halten will, so lange werden die Arbeiter für die Durchsetzung ihrer selbständigen, geistigen, sozialistischen Lebensform kämpfen. Wir hörten hier eine demokratisch gemeinte Kritik der Jewish Agency, und jedes Arbeiterherz müßte sich über diese große Sehnsucht nach Demokratie freuen. Welches ist der schwache Punkt der Jewish Agency? Er liegt darin, daß die Zionistische Organisation sich herbeiließ, einen Teil ihres Einflusses anderen zu übergeben, die nicht unter Kontrolle stehen. Sehr richtig. Aber ich frage: Jene Menschen, die angeblich darüber wachen, daß die Zionistische Organisation die Herrschaft über alles, was in Erez Israel geschaffen wird, über das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben besitze, haben sie wirklich ihren Worten gemäß gehandelt? Hat nur die Agency uns den Einfluß auf so wichtige Angelegenheiten genommen oder vielleicht früher noch Ihr? Wer beobachtet, was in den letzten Jahren in Erez Israel vorgeht, dürfte bemerkt haben, wie sozusagen jeder, der noch „Gott im Herzen hat", den zentralen zionistischen Institutionen ihren Einfluß Stück um Stück aus der Hand reißt. So sind bei uns wirtschaftliche Diktaturen entstanden, noch ehe die Jewish Agency geschaffen wurde, so schufen unsere amerikanischen Freunde, die wenig vom Keren Hajessod, aber viel von „praktischen Business-Methoden" halten, das Palestine Economic Committee. Ist das nicht auch eine Jewish Agency? Steht sie unter dem Einfluß der Zionistischen Organisation? Können wir bestimmen, was sie demnächst in Erez Israel tun wird? Es ist eine merkwürdige Erscheinung: man ist für Demokratie im Zionismus, ist gegen die Jewish Agency, will alle Macht der Zionistischen Organisation geben — und schafft sich zugleich besondere „Stüblach", die an Stelle des Keren Kayemeth und des Keren Hajessod Erez Israel bauen sollen. Wir können am Kongreß die schönsten Beschlüsse fassen, in Erez Israel gibt es eine ganze Reihe chinesischer Generäle. Jeder besitzt seine eigene Bank, seine Kasse, ist Vertreter irgendeiner amerikanischen Gesellschaft, jeder ist ein kleiner König, ein unabhängiger Mandarin, und sie alle zusammen sind die wahren Herren des Landes. Zum Glück gibt es noch eine Histadruth, die sich

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