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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 347

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 347 (sequence 347)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Katznelson 347 ben wir vor sechs Jahren. Ich fragte die bürgerlichen Zionisten: „Wollt Ihr dieser Gefahr ein Ende machen?44 Sie aber haben jenen Leuten geholfen und sie gefördert, und so haben die Dinge ihren Lauf genommen. Als Arbeiterkinder in Tel Aviv zu Chanuka mit roten Fahnen umherzogen, wurden sie von Leuten aus jenen Reihen überfallen und man zerriß die rote Fahne. Wo war die liberale bürgerliche Intelligenz? Warum hat sie geschwiegen? Als in Erez Israel organisierte Streikbrecherei begann, schlössen die Bürgerlichen die Augen, nicht nur jene, die sich offen als Vertreter der Effendis bezeichneten. Haben sie nicht verstanden, daß Streikbrecherei in Erez Israel einen Kampf auf Leben und Tod hervorrufen muß, daß Streikbrecherei in Erez Israel einen Bürgerkrieg herbeiführt, der die furchtbarsten Folgen für den Zionismus zeitigen muß? Die Klassen-Sympathien haben Euch blind gemacht, denn konntet Ihr glauben, die Arbeiterbewegung würde sich wehrlos abschlachten und ihre Errungenschaften wegnehmen lassen? Bogratschow streute Salz auf unsere Wunden. Wir wollen sogar eigene Schulen haben — das sei eine Störung der nationalen Einheit. Man könnte glauben, bei uns herrsche ein preußisches Kasernensystem, alle Juden bekämen die gleiche elementare Volkserziehung. Nach den sozialen Begriffen Bogratschows sind bürgerliche Privatschulen keine Abweichung vom nationalen Erziehungssystem. Talmud Thoras dürfen existieren, die Arbeiter jedoch brauchen keine eigene Erziehung. Er weist darauf hin, daß auch Kinder unserer Chawerim seine Schule besuchen. Ich will nicht darüber sprechen, was es bedeutet, wenn unsere Arbeiter keinen besseren Weg fanden, als ihre Kinder zu Bogratschow in die Schule zu schicken; wir bekamen jedenfalls hier einen ausgezeichneten Anschauungsunterricht davon. Und wer diese Frage bisher noch nicht verstanden hat, wird sie hoffentlich jetzt verstehen. Jahr um Jahr laßt Ihr uns unsere Schulen nicht eröffnen, und versagt uns das Budget dafür. In Nahalal und in En Charod konntet Ihr uns nicht vernichten, aber in Tel Aviv habt Ihr mit den ärgsten Schikanen gegen unsere Schule gekämpft, obwohl sie vielleicht die beste war und sogar vom High Commissioner den ersten Preis erhielt. Und dann kommt Ihr und fragt, warum unsere Kinder Eure Schule besuchen! Kann man denn alle Teile des jüdischen Volkes, die aus vielen Ländern, verschiedenen Kulturen, mit vielen Sprachen ins Land kommen, in das Prokrustesbett einer einheitlichen Erziehung spannen? Dem religiösen Juden geschieht arges Unrecht, wenn man ihn zwingt, seine Kinder in die Schule zu Dr. Bogratschow zu schicken. Darum habe ich im Jahre 1920 die Forderung des Misrachi nach einem eigenen Schulwesen ohne jegliche .politische Nebenabsicht unterstützt. Denn ich anerkenne das Recht der religiösen Kreise auf Beachtung der Tradition. Ich fordere aber die gleiche Achtung nicht nur für die alte, sondern auch für die neuere Tradition, die in Erez Israel geschaffen wird (Beifall). Und wenn wir, die in der Arbeit stehen, behaupten, Eure alte Schule, die vor dreißig Jahren modern und wichtig war — sie führte die hebräische Umgangssprache ein und leistete auch sonst

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