Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 346)
- Language
- German, English, Hebrew
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-346 Ii. KongrefiSUzung: Generaldebatte wealth. Nun behauptet man, daß wir uns im Zionismus mit Kleinigkeiten begnügen und daß uns die Vision fehlt. Wenn es im Zionismus -eine politische Kraft gibt, die reale politische Positionen errungen hat, ist dies die Histadruth in Erez Israel. Und wenn es im jüdischen Volke eine große, weitgehende Vision gibt, so ist es die Chaluzbewegung. Das ist die größte Vision, die es bei den Juden in der gegenwärtigen Zeit gibt (Beifall). Es ist bezeichnend, daß man, obwohl die Frage Weidmann auf diesem Kongreß nicht besteht, doch aus einigen Reden einen ungehemmten Haß heraushören konnte. Es ist merkwürdig, daß der abwesende Führer wie ein Schatten über dem Saal schwebt. Dr. Wise und Leute seiner Art sagten uns: „Wir wären mit Euch gegangen, aber was können wir tun, wenn Ihr Euch an Weizmann haltet?" Seit Jahren sitzen wir auf den Kongressen immer auf der einen Seite und Ihr auf der anderen Seite der Barrikade. Es gab Jahre, wo die Weizmann-Frage nicht bestand; das war im Jahre 1920, als es sich um den Kauf des Emek handelte. Wir waren damals mit Ussischkin, Dr. Wise aber bei den anderen. Es war eine Zeit der stop immigration; damals waren wir für freie Einwanderung, die amerikanischen Freunde für stop immigration; wir waren mit Dr. Ruppin, die Amerikaner gegen ihn. Ich bin auch jetzt nicht sicher, daß es anders wäre, wenn die Gegnerschaft gegen unseren Proweizmanismus nicht bestanden hätte. Wenn -es nicht um Weizmann ginge, dann hätte es jeweils andere Barrieren gegeben. Nun ein bitteres Wort: Man hat heute hier dem toten Arlosoroff Komplimente gemacht und jene, die den Tod Arlosoroffs mitverschuldeten, applaudierten mit. Der tote Arlosoroff ist nicht mehr gefährlich, aber die lebende Arbeiterschaft ist gefährlich. Dr. Bogratschow sagte, wir hätten die Atmosphäre geschaffen, die zur Ermordung Arlosoroffs führte. Das sind gewichtige Worte, die man im Gedächtnis behalten muß. Es ist bemerkenswert, daß ein Allgemeiner Zionist erklärt, eine gewisse Atmosphäre sei schuld an dem Morde. Was aber soll es bedeuten, wenn er sagt: „Ihr habt diese Atmosphäre geschaffen!" Meint er jene Männer, die die Histadruth gründeten, für Kibusch Avoda kämpften, das nationale Siedlungswerk schufen? Sie hätten die Atmosphäre des Hasses geschaffen? Er soll doch offen .sprechen! Wenn die besten seiner Schüler im Gymnasium diese Atmosphäre schufen, dann möge er es sagen. Freilich, wenn wir nicht vorhanden wären, wäre Arlosoroff nicht getötet worden, auch Trumpeldor und Brenner nicht. Wenn wir nicht da wären, gäbe es ein rulliges Leben mit jüdischen Effendis, gäbe es keine organisierte jüdische Arbeit, gäbe es einen stillen Kongreß. Für die Vergiftung der Atmosphäre seid Ihr Allgemeinen mitverantwortlich. Vor sechs Jahren gab es bei einer Simchath-Thora-Feier eine kleine Störung. Eine Gruppe von Betarim überfiel einen Klub der linken Poale Zion. Wir schrieben damals, die Leute, die mit der Zerstörung -eines Klubs beginnen, würden weitergehen, würden morgen Streikbrecher sein und übermorgen politische Morde begehen. Das schrie-