Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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Katznelson 34S fast Choveve Zion seien, wir hätten im Cheder bei Lilienblum, Ussischkin und anderen gelernt, wir seien zu sehr für die Arbeit; Arbeit wäre gewiß eine große Sache, aber damit werde keine Freiheits>- bewegung geschaffen. Ich will die Leute fragen, die über große politische Aktionen sprechen, die sich politische Maximalisten nennen, die damit unzufrieden sind, daß wir keine starken politischen Resolutionen fassen — ich will sie fragen: wo ist Ihre politische Aktion in dem Lande, in dem Sie wohnen, in dem Sie Einfluß haben? Wie steht es um die Eroberung der öffentlichen Meinung in Europa und Amerika? Vor vier Jahren, als wir die schwerste Zeit in Palästina durchlebten, als wir dafür kämpfen mußten, der radikalen, fortschrittlichen Welt klarzumachen, daß wir keine Araber vertrieben haben, daß wir fortschrittliche Arbeit leisten, unter der niemand leidet — wo war da der Einfluß unserer Freunde in Amerika? Haben sie die „Nation", die „New Republic" und die radikalen Kreise Amerikas für unsere Sache gewonnen? (Zwischenruf Dr. WISE: Die „Nation" gehört Euren Kollegen und nicht unseren Kollegen.) Ich dachte, die politische Bildung von Dr. Wise reiche weiter und er werde mir nicht vorwerfen, daß die „Nation" sozialistisch ist. Ich trete ihm den Sozialismus der „Nation" gerne ab! Man spricht von der radikalen Welt in Amerika. Was habt Ihr, Männer der großen Vision und der großen politischen Courage, denen unsere Arbeit zu klein ist, in politischer Hinsicht in dem Lande getan, in welchem Ihr Einfluß habt? Wir haben für unsere Sache in der sozialistischen Internationale gekämpft und haben wahre Freunde wie Vandervelde, Longuet und viele andere gewonnen, die uns in den schwersten Zeiten treu beistanden (Beifall). Das haben wir mit unserer tagtäglichen schweren Kleinarbeit erzielt, auf der allerdings nicht der Glanz schöner Reden ruht. Wenn Dr. Wise sagt, er wolle nur Erez Israel, wir aber wollen zwei Dinge: Erez Israel und die Utopie, so möchte ich fragen: Was ist die. Utopie, für die wir wirken? Ist es die jüdische Arbeit? Vor vielen Jahren war jüdische Arbeit eine Utopie. Wo waren alle feinen, großen Zionisten, als wir für die jüdische Arbeit kämpften? Kein geringerer als Achad Haam hat es vor zweiundzwanzig Jahren als Utopie bezeichnet, daß in Palästina eine jüdische Arbeiterklasse entstehen solle. Wir haben die Utopie in eine Realität verwandelt. Betrachtet es Dr. Wise vielleicht als eine Utopie, daß der Arbeiter organisiert, fest und stark sein und nach Hegemonie im kulturellen und politischen Leben und in den nationalen Organisationen streben soll? Vielleicht betrachtet er dies als eine schädliche Utopie und sieht darin einen Willen zur Macht; dann erklären wir ihm, daß wir diese Utopie verwirklichen werden (Beifall). Oder meint er, wir seien Utopisten, wenn wir danach streben, daß der Boden Erez Israels nationales Eigentum werde, und daher verlangen, daß der Keren Kayemeth zur Grundlage der zionistischen Kolonisation werde? Im Grunde genommen haben die Zionisten in Amerika in ihrer Konferenz in Pittsburg eine sehr schöne und radikale Resolution in der Bodenfrage angenommen. An Stelle der „Utopie" des Keren Kayemeth setzten sie — die Zion Common-