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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 344

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 344 (sequence 344)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8751-3484901
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344 Ii. Kongreßsitzung: Generaldebatte delt sich nicht nur um die Anwendung reaktionärer Begriffe, wenn man zu jüdischen Fragen Stellung nehmen soll; es geht um Wichtigeres, um das primitive Verantwortlichkeitsgefühl. Nachdem er hier eine Reihe von Verleumdungen, die ihm Lügner und Abenteurer mitgeteilt haben, aufgezählt hatte, erklärte er, daß er bereit sei, sich besser zu informieren, und anders zu sprechen. Es war doch so leicht für ihn, sich diese Informationen zu verschaffen. Die Leute, von denen er richtige Informationen bekommen hätte, sind auf jedem Kongreß zu finden. Bei gutem Willen könnte Dr. Wise diese Informationen leicht erhalten. Ich will nun fragen: Wenn Dr. Wise auf einem Meeting in Washington auftreten würde, würde er sich erlauben, über Dinge zu sprechen, die er nicht kennt? Darf man in verantwortungsschweren Zeiten und in verantwortlichen Dingen so sprechen, wie Dr. Wise es getan hat? So, wie man den Radikalismus bei den Gojim lassen und bei den Juden sich mit allen schwarzen Kräften verbünden darf, so kann man bei den Gojim die Informiertheit lassen und bei uns in vollkommener Unwissenheit das Wort führen. Wenn Rabbi Wise irgendeine Information über die Histadruth haben wollte, so könnte er diese ganz leicht den Statuten unserer Organisation entnehmen. Dr. Wise behauptete, daß in die Histadruth nur Sozialisten aufgenommen werden, daß wir wohl arabische Arbeiter aufnehmen, aber keine jüdischen Arbeiter, die nicht Sozialisten sind. In jedem Mitgliedsbuch der Histadruth heißt es: „In die Histadruth kann jeder eintreten, der von eigener Arbeit lebt, ohne die Arbeit anderer zu exploitieren — ohne Unterschied religiöser, politischer oder anderer Anschauung." Eine so einfache Sache wie die Aufnahmsbedingungen der Histadruth kennt ein Redner wie Dr. Wise nicht, wenn er auf die zionistische Bühne tritt! Er konnte sich aber nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch informieren. Er konnte bei der allgemein-zionistischen Jugend, die keine Sozialisten hat und in seiner Fraktion vertreten ist, erfahren, daß sie der Histadruth angehört. Sind diese jungen Leute jemals gezwungen worden, sich der sozialistischen Partei anzuschließen? Wenn Dr. Wise um Informationen gebeten hätte, dann hätte er erfahren, daß sogar professionelle Vereine von Schochtim, die doch gewiß keine Sozialisten sind, der Histadruth angehören. In der Histadruth mit ihren 40.000 Mitgliedern befinden sich vielleicht mehr religiöse Arbeiter als in allen anderen zionistischen religiösen Parteien (Beifall). Und dann kommt ein Mann wie Dr. Grünbaum aus Wien und fragt: „Warum sprecht Ihr nicht über ein konstruktives Programm?" Wie konnte man darüber sprechen? Man muß doch vorher die verschiedenen Lügen und Verleumdungen, die hier verbreitet wurden, beseitigen, und wir mußten vorerst Lektionen im ABC des Zionismus erteilen! Dr. Wise behauptet wohl, unsere Arbeit zu würdigen, ihn stört bloß,, daß uns die große Vision fehlt. Er hat von großer politischer Courage gesprochen. Er hat erklärt, daß er keinen Utopiezionismus will. Ich will zunächst über unsere politische Courage und dann über die Courage unserer amerikanischen Freunde sprechen. Es wird behauptet, daß wir

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