Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 341)
- Language
- German, English, Hebrew
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Bernstein, Berger, Katznelson 341 eine Hilfsangelegenheit ansehen, sondern als eine unerhörte Demonstration der Judenfrage, die eine vollkommene Umwälzung der jüdischen Mentalität hervorgebracht hat. Es ist unsere große und entscheidende Aufgabe, diese Umwälzung zu einem neuen Ausgangspunkt in der Geschichte des Zionismus zu machen (Beifall). VIZEPRÄSIDENT ELIESER KAPLAN übernimmt den Vorsitz. JIZCHAK BERGER (Allg., Bessarabien — spricht jüdisch): Ich komme aus der rumänischen Provinz, aus Bessarabien, wo eine Viertelmillion Juden leben, die früher zu Rußland gehört haben. In jedem Städtchen gibt es jetzt dort eine hebräische Tarbuth-Schule, und die Juden sparen sich das Brot vom Munde ab, um diese Schule zu erhalten. 49% der ganzen Alija Rumäniens kommt aus Bessarabien. Auch die Reserve für den Hechaluz bildet Bessarabien. Die Zionisten dort haben eine Reihe von Konferenzen abgehalten und mich beauftragt, hier ihre Stellungnahme mitzuteilen. Der XVIII. Kongreß findet das jüdische Volk in einer schrecklichen Situation, die an das finstere Mittelalter erinnert. Auch die politische Lage des Zionismus ist schwer und bitter. Der einzige Weg, diese Widerstände zu überwinden ist der, daß alle Teile der Zionistischen Organisation, die für Arbeit in Erez Israel sind, für die nationalen Fonds sind, die den Primat der zionistischen Disziplin anerkennen, eine Exekutive bilden. Eine solche Exekutive wird die Kraft haben, alle Störungen zu beseitigen. Aber Einigkeit und Friede muß nicht nur bei der Bildung der Exekutive herrschen, sondern im ganzen Parteileben. Die ewigen Zusammenstöße zwischen den Parteien in Palästina brechen unseren Mut und nehmen uns unsere Energie. Auf der Partei, welche jetzt die Mehrheit auf dem Kongresse bildet, liegt die große Verantwortung für den Frieden in unseren Reihen. Wir beantragen die Zwangsarbitrage im Verhältnis zu Arbeitern und Arbeitgebern; das ist eine der nationalen Fragen. Solange das System der Zertifikate besteht, sollen auch Handwerker und Spezialisten Zertifikate bekommen. Die Einigung aller Kräfte, die Konstituierung einer Exekutive auf breiter Basis wird uns helfen, alle Hindernisse zu überwinden und ein jüdisches Palästina aufzubauen (Beifall). BERL KATZNELSON (Arb. Erez Israel — spricht jüdisch): Wenn man dieser Generaldebatte zuhört, muß man sich fragen: was ist ihr Sinn, wozu dient sie uns? Vor dem Kongreß hörten wir, daß der Zionismus schon lange nicht vor so ernsten und großen Aufgaben gestanden ist, daß er schon lange keine solche Gelegenheit hatte, die Judenfrage wieder in ihrer ganzen Größe aufzurollen, das Volk zu großen Taten zu rufen und den Zionismus in seinem ganzen politischen Inhalt zu zeigen, wie es die jüdische Not heute verlangt. Aber diese Generaldebatte hat keinen politischen Inhalt. Die Frage der deutschen Juden wird nicht zionistisch, nicht palästinensisch gestellt, sondern ihre Behandlung ist weit entfernt von zionistischer Auffassung. Es gibt noch