Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 339)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8746-3484896- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Leivinson, Abrahams, Bernstein 339 Exekutive — sitzen Revisionisten, Arbeiter, Allgemeine Zionisten und Misrachi und wir arbeiten alle zusammen als eine Körperschaft. Warum kann dies nicht auch in anderen Ländern der Fall sein? Wir wollen alle den jüdischen nationalen Staat. Ein Staat wird aber durch ununterbrochene Arbeit und nicht durch Worte und Deklarationen aufgebaut. Die südafrikanischen Zionisten sind der Ansicht, daß es freie Immigration geben muß, ferner, daß jüdische Arbeitgeber nur jüdische Arbeiter beschäftigen sollen. Wir sind für nationale Arbitrage, man soll aber nicht versuchen^ die Arbeiterorganisationen zu zerbrechen. Man kann die Uhr nicht zurückstellen. Es muß eine Arbeiterorganisation geben. Es muß aber aiich eine Kontrolle der Arbeitsverhältnisse geben. Es müssen Arbitragerichter mit unparteiischen Vorsitzenden in Palästina ernannt werden. Die südafrikanischen Zionisten verlangen auch, daß man auf friedlichem Wege nach beiden Seiten des Jordan eindringt. Alle diese Ziele können nur durch stetige Arbeit erreicht werden. Wir sagen z. B., daß wir, so wie andere Parteien, mit England unzufrieden sind; England ist schuldig, weil es seine Pflicht nicht in dem Maße erfüllt hat, wie wir es erwartet hatten. Wir sind aber auch mit den Juden unzufrieden. Auch sie haben ihre Pflicht nicht erfüllt, und mir scheint, daß die Juden eine größere Schuld tragen. Ich möchte noch eine Bemerkung: machen: Ich sprach vor einigen Tagen mit einem Mann, der Palästina besucht hatte, und fragte ihn nach seinen Eindrücken. Er erklärte, daß er in gewisser Hinsicht enttäuscht sei, und zwar besonders von einer Sache, deren wir uns immer rühmen — von dem Anwachsen von Tel Aviv. Er sagte — und das ist auch meine Meinung — daß es nicht mit unserem Ideal übereinstimmt, ein Ghetto aus dem Osten oder aus dem Westen Europas nach Palästina zu übertragen. Mut und Glauben an die Zukunft erhielt dieser Mann erst, als er die Kolonien besuchte. Dort liegt die wahre Verwirklichung unserer Idee. Wir erwarten aus Jerusalem eine neue Lehre. Nutzen zu ziehen, zu spekulieren und Profite zu sammeln, das ist alt, das ist kein Ideal für das neue Land. Wir wollen ein Land, das anderen Ländern als Muster dienen kann. Nochmals wende ich mich an Euch: Gebt die Parteidifferenzen auf und tretet an die Arbeit heran! Dann wird Palästina aufgebaut werden, und wir werden auf unsere Arbeit stolz sein können (Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Der Kongreß hat Herrn Abrahams mit besonderem Interesse gehört, da er weiß, daß dieser von den Zionisten eines Landes delegiert ist, das zwar nur eine zahlenmäßig kleine jüdische Bevölkerung hat, aber sehr viel und Bedeutungsvolles für unsere Idee und unsere Arbeit in Erez Israel geleistet hat. F. BERNSTEIN (Allg., Holland — spricht deutsch): Es scheint hier Leute zu geben, die mit diesem Kongreß nicht zufrieden sind* und es scheint Leute zu geben, die mit dem Zustand der Zionistischen Organisation nicht zufrieden sind. Das ist doch eigentlcih sehr merkwürdig; denn wir haben einen Kongreß voll Menschen, wir haben mehr Schekalim als sonst verkauft, Palästina ist das Land ohne Krise, wir haben 22'