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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 338

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 338 (sequence 338)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8745-3484895
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338 Ii. Kongreßsitzung: Generäldebatte Wir brauchen eine Leitung, die wach und umsichtig ist, eine Exekutive der starken Hand. Aber wir wiederholen immer wieder, daß die Grundlage der Politik die Arbeit ist, der Aufbau., die Kolonisation, das private und das nationale Kapital. Nur durch Taten, durch neue An- Siedlung, durch eine Verbesserung des Aufbaues und der Organisation, angepaßt den Bedürfnissen der Stunde und der großen Tragödie des Volkes, durch Läuterung des Willens, durch Disziplin, durch Primat des jüdischen Volkes, Organisierung aller Kräfte, durch Liebe zu Israel — nur durch alle diese Kräfte können wir unsere nationalen Bestrebungen zu voller Verwirklichung bringen (Beifall). A. M. ABRAHAMS [Allg., Südafrika — spricht englisch): Wenn ein zionistischer Mitarbeiter und besonders ein so alter Mitarbeiter wie ich zum Kongreß kommt, so bringt er die Hoffnung mit, irgendeine neue Inspiration für die Fortsetzung seiner Arbeit zu erhalten. Als ich zum Kongreß ging, hoffte ich, daß die Delegierten in diesem Moment, einem der schwersten in der jüdischen Geschichte, sich vereinigen werden für die großen Probleme, die uns bevorstehen. Leider gab es. hier nur Parteikämpfe. Ich fürchte, daß unsere alte Geschichte sich wiederholt: Auch vor zweitausend Jahren, als Jerusalem von den Römern belagert wurde und die Juden gegen den äußeren Feind zu kämpfen hatten, haben sie untereinander gekämpft, und das hat zum Untergang geführt. Wir hören nur immer, daß diese Partei für diese Sache, die andere Partei für eine andere Sache eintritt. Niemand setzt sich aber für die allgemeine nationale Sache ein. Es scheint, daß die Parteifeindseligkeiten bei uns höher stehen als die nationale Sache. Dieser Zustand muß aber aufhören, wenn wir weiter existieren wollen. Wenn Ramsay MacDonald und Baldwin ihre persönlichen Differenzen vergessen und für die nationale Sache kämpfen konnten, wenn General Hertzog und General Smuts, die zwanzig Jahre lang persönliche Feinde waren, in einer Zeit nationaler Krisis ihre Differenzen beiseiteschieben und sich vereinigen konnten — warum sollten wir das nicht können? Es scheint geradezu ein Minderwertigkeitskomplex der Juden zu sein, daß bei uns der parteiische Gesichtspunkt über dem nationalen Gesichtspunkt steht. Und das soll und kann abgeschafft werden. Die südafrikanischen Zionisten beklagen sich über Mangel an Disziplin von Seiten aller Parteien. Südafrika hat darunter leiden müssen. Eine gewisse Partei hat gegen unseren Wunsch einen Delegierten zur Sammlung von Geldern entsendet. Die südafrikanischen Zionisten verlangen ausdrücklich, daß von allen Parteien Disziplin gewahrt werde. Wir haben eine kleine jüdische Bevölkerung — nur 65.000 Juden — wir haben aber ein Viertel der Einnahmen des Keren Hajessod,. 45.000 Pfund jährlich, beigesteuert (Beifall). Wir hörten hier, daß ein anderes Land, das 80.000 Juden zählt, nur 2000 Pfund gegeben hat. Die südafrikanischen Zionisten hatten vor kurzem eine Konferenz und haben dort beschlossen, zu verlangen, daß Ordnung in der Zionistischen Organisation geschaffen wird und daß alle Parteien zusammenarbeiten sollen. In der Zionistischen Föderation Südafrikas — auch in ihrer

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