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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 337

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 337 (sequence 337)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Grünbaum, Lewinson 337 tingen von Arnos und Micha finden, wie in der modernen sozialistischen Literatur und selbst in den Responsen von Raw Kuk. In der Alija-Frage vergessen wir über Kleinigkeiten das Große. Das große nationale Unglück, die deutsche Tragödie nützen wir für Geldsammlung und Kolonisation aus. Aber das genügt nicht. Diese Tragödie steht im Zeichen „Jeziath Germania", des Auszugs aus Deutschland, und die ganze jüdische Welt befindet sich in der psychologischen Situation eines Auszugs aus Europa. Was tun wir, um diese Bewegung zu organisieren? Die Unterbringung von ein paar hundert jüdischen Kindern aus Deutschland in den Kolonien löst die Frage nicht. Unser Einwanderungssystem bedarf einer grundlegenden Aenderung. iooo oder 2000 Zertifikate angesichts der Agonie eines 600.000-köpfigen jüdischen Stammes ist eine fürchterliche Schande. Darüber kann und darf der Kongreß nicht zur Tagesordnung übergehen. Und nun Einiges über das nationale Kapital. Der Keren Hajessod befindet sich heute im dreizehnten Jahr seines Bestandes. Er ist noch kaum Barmizwa und schon gibt es viele, die über ihn den Segenspruch ,,Baruch Scheptarani" sagen. Wir müssen gegen diese Unverantwortlichkeit protestieren, die das Volk nicht zu Opfern und Ausdauer erzieht, sondern es zu einer Unterschätzung der Aufgaben bringt. Die nationale Steuer ist die entscheidende Grundlage für den Aufbau des Landes, und wer seine Hand gegen sie erhebt, schadet dem Aufbau von Erez Israel. Es muß aber hier gesagt werden: die Gelder des Keren Hajessod müssen für Aufbau und neue Kolonisation verwendet werden und nicht nur zur Schuldentilgung, wenn auch diese Last schwer auf uns drückt. Der Keren Hajessod wird zu einem Nichts zusammenschrumpfen, wenn nicht neue Leistungen deutlich vor ihm stehen, die den Weg der nationalen Befreiung verkürzen. Ich will jetzt von der Tragödie der hebräischen Kultur im Galuth sprechen. Wir müssen mit Erbitterung gegen den Zustand, der auf diesem Gebiete herrscht, protestieren. Es ist noch nicht dagewesen, daß eine nationale Freiheitsbewegung nicht für die Kultur der jungen Generation des Volkes sorgt. Hier auf dem Kongreß fehlt unser größter Dichter, Bialik. Man sagt, er fehle wegen seiner Krankheit; das ist nur die halbe Wahrheit; er ist eher wegen der Krankheit des Kongresses, wegen der unverzeihlichen Gleichgültigkeit gegenüber der Kultur nicht gekommen. Es liegen Beschlüsse des XVI. und des XVIL Kongresses auf Schaffung eines Departements für hebräische Kultur und Erziehung bei der Exekutive vor, aber sie sind nicht verwirklicht worden. Wer ist daran schuld? Wir verlangen Antwort. Wir werden nicht ruhen, bis durch die Tat, durch moralische und materielle Hilfe für die Kultur in Erez Israel und in der Golah diese Frage eine Lösung findet. Unsere politische Arbeit wird durch verschiedene Gefahren bedroht, wie: French-Bericht, Einschränkung der Alija, neue Bodengesetze, Plan einer gesetzgebenden Körperschaft. Dieser Gefahren können wir nicht Herr werden durch abstrakte Beschlüsse und leere Phrasen.

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