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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 336

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 336 (sequence 336)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8743-3484893
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336 //. Kongreßsitzling: Generaldebatte Ich weiß nicht, warum er so sanft gesprochen hat. War er nicht mit dem Herzen dabei oder ist er unter die Diplomaten gegangen? Ich richte den dringenden Appell an Sie: Machen Sie ein Ende mit der Schande des Schekelwahlrechtes (Beifall). Lassen Sie es nicht zu, daß man um z Schilling das Entreebillett zur Wahl löst wie eine Kinokarte. Wenn Sie schon nicht der Meinung beipflichten wollen, daß wahlberechtigt nur sein soll, wer einem Landesverband oder der Landesgruppe eines Sonderverbandes angehört, dann führen Sie wenigstens den zweijährigen Schekel ein. Ich möchte, da die Generaldebatte zu Ende geht, meinen Freunden auf der linken Seite sowie meinen Freunden auf der Rechten folgendes sagen: Ich weiß nicht, ob das vorhin kritisierte Herzl-Bild schön ist oder nicht: ich weiß nur, daß Herzl nicht zufrieden wäre, wenn er uns sähe. Theodor Herzl hat uns eine Fahne gegeben, sie war nicht rot und sie war nicht braun. Diese blauweiße Fahne genügt mir, sie ist die schönste Fahne der Welt (Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Zur Vermeidung weiterer Debatten über das Herzl-Bild teile ich dem Kongreß mit, daß dieses Bild bereits seit drei Kongressen da ist. ABRAHAM LEWINSON (Arb., Polen — spricht hebräisch): Werter Kongreß! Ein großes Erbe haben wir von Herzl übernommen, die zionistische Bewegung als jüdische Volksbewegung. Die Wahlen haben uns gezeigt, daß sich zwar die Massen um die Befreiungsfahne des Zionismus scharen, aber — belügen wir uns nicht selbst! — während die Bewegung im Aufstieg begriffen ist, sinkt die Organisation immer mehr herab und gleicht einer offenen Stadt, in die jeder Landstreicher Eintritt hat. Wir brauchen eine Reinigung, Säuberung, Desinfektion dieser Bewegung. Und einer der Wege zu ihrer Gesundung ist die Schaffung des Territorial Verbandes.. Ich will nicht über Frieden sprechen, denn Friede ist vielleicht jetzt nicht möglich und daher nicht nötig. Aber was nötig und möglich ist, das ist Achtung und Toleranz gegenüber dem Gegner im Ideenkampf, nicht im Kampf der Messer und Revolver. Wir brauchen Hebung des Prestige, des Gedankens der Arbeit. Ich weiß nicht, welche Partei in diesem Wahlkampf gesiegt hat, aber eines ist klar, gesiegt hat der Gedanke der Arbeit. Dieser Kongreß wird in der zionistischen Geschichte als erster Kongreß im Zeichen des Arbeitsgedankens vermerkt werden. Und wenn die Rechte hier so scharfe Worte gegen die Linke gebraucht hat, so geschah es deshalb, weil dieser Gedanke die Massen erobert und der Tag nicht fern ist, da die Jugend des Betar, die heute vor einem Einzelnen Habtacht steht, der moralischen Schönheit des Gedankens der organisierten Arbeit Ehrfurcht zollen wird. Es gibt in der sozialistischen Bewegung verschiedene Wege zum Ziele. Eines aber ist uns allen heilig: das Recht auf Arbeit, auf Kampf um Arbeit und Schutz der Arbeit, auf Organisierung und Eroberung der Arbeit mit allen zulässigen, Mitteln, einschließlich des Streikrechtes. Diese moralische Grundlage können Sie ebenso in den Prophezei-

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