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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 334

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 334 (sequence 334)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8741-3484891
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334 ii. Kongreßsitzling: Generaldebatte mit der Verbreitung von Anschauungen, die uns zum Bruderkampf und gegenseitiger Vernichtung führen werden! (Beifall.) MORRIS MYER (Allg., England — spricht jüdisch): Es gibt drei Probleme, auf die wir Antwort zu geben haben: erstens das Verhältnis zwischen den Parteien, zweitens die Probleme politischer Natur und drittens das Problem der Führung der Organisation. Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen den Parteien glaube ich, daß wir etwas von England lernen können. In England sagt man weniger, als man meint, bei uns sagt man viel mehr, als man meint. Dadurch entsteht eine Phraseologie bei der Erklärung unserer Postulate und bei der gegenseitigen Kritik der Parteien, die die Brücke abbricht, welche die Parteien verbinden könnte. Es ist sinnlos, den Parteien zu sagen, so oder so solle eine von ilinen ihre Politik führen. Aber wir müssen verlangen, daß die Politik aller Parteien parallel laufe, in der Richtung nach dem Ziel^ welches wir alle anstreben. Meine Freunde von links — eine Frage, an der alle Allgemeinen Zionisten interessiert sind, ist die des Respekts vor der jüdischen Tradition in Erez Israel. Viel leichter läßt sich ein antireligiöses Gefühl verletzen, welches negativ ist, als ein religiöses, welches positiv ist. Den Herren vom Misrachi muß ich sagen^ daß man ein religiöser Jude sein kann, ohne einen Vertreter in die Exekutive zu entsenden. Man muß auf dem Prinzip beharren und nicht Positionen um jeden Preis haben wollen. Ich wende mich nun zu den demokratischen Revisionisten. Sie sprechen von Demokratie für Andere, aber sie müssen zuerst in ihrer eigenen. Führung und Haltung Demokratie beweisen. Man muß von einem Kongreß zum anderen so arbeiten, daß ein Einverständnis möglich ist. Ich habe jetzt keine Zeit, über die politischen Probleme zu sprechen und wende mich dem Problem der Führerschaft zu. Eine große Bewegung kann nur Erfolg haben, wenn sie eine Führung hat, die das Vertrauen der ganzen Bewegung genießt und zugleich Einfluß und Wirkung auf die Außenwelt hat. Heute ist der Einfluß und die Wirkung auf die Außenwelt von größerer Bedeutung, als die Rücksichtnahme auf den inneren Zustand der Organisation. In unserer Mitte ist bloß ein Mann, der nach außen die nötige Wirkung und den nötigen Einfluß hat, und das ist Chaim Weizmann (Beifall), Die Politik, die Ihr Revisionisten führt, um Dr. Weizmann von der Arbeit fernzuhalten, wird ungünstige Resultate zeitigen. Er wird vielleicht die Arbeit für die deutschen Juden übernehmen, und dann werden alle übrigen Arbeiten darunter leiden. Es ist notwendig, daß alle Arbeiten innerhalb der Zionistischen Organisation vereint seien; und an deren Spitze soll Dr. Weizmann stehen (Beifall, Zwischenrufe der Revisionisten). Wenn der Kongreß sich nicht zu dieser Höhe der Erkenntnis erhebt, wird er eine Sünde begehen und von der Geschichte getadelt werden (Beifall). Dr. OSKAR GRÜNBAUM (Allg., Oesterreich — spricht deutsch): In dieser Sitzung wurden bittere Worte über diesen Kongreß gesagt.

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