Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 332)
- Language
- German, English, Hebrew
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332 ii. Kongreßsitzung; Generaldebatte können, einen starken Bau für das Jüdische Nationalheini auf der starken Grundlage, die schon besteht, zu errichten. Das gleiche Endziel unserer Arbeit ist über jeden Zweifel erhaben. In unserer Sorge um die Erreichung dieses Zieles sind wir oft geneigt, das Wesentliche zu übersehen und bei unseren inneren Differenzen so lange und so unermüdlich zu verharren, daß sie schließlich zu einer Art Besessenheit werden. Wir verschließen unsere Ohren den wahren Grundfragen und werden Sklaven leidenschaftlicher Gefühle gegen Andersdenkende. Unserer Ansicht nach ist dieses Uebel die fundamentale Ursache für die Wiederkehr eines Zionismus; der entschlossen ist, für reale Wirklichkeit zu kämpfen, anstatt Schatten nachzujagen. Das ist das Programm des Allgemeinen Zionismus. Ich erinnere mich der starken Welle gemeinsamer Anstrengung aller Teile der Judenheit im Kampfe gegen das berüchtigte Weißbuch von 1930, Als ich damals in einem Wahlkampfe stand, in dem das Weißbuch eine bedeutende Rolle spielte, verstand ich die Bedeutung des nahezu einmütigen Entschlusses, die Lage zu retten, obgleich selbst damals ein paar irregeleitete Zionisten eine Sonderaktion unternahmen. Wenn man sagt, daß sich die Lage nicht wesentlich geändert hat, so stellt man die Sache nicht korrekt dar. Nach meiner Meinung und nach der Meinung meiner allgemein-zionistischen Freunde hat sich die Auffassung der amtlichen Stellen und insbesondere des High Commissioner ganz wesentlich zum Guten gewandelt. In der ersten Zeit meiner parlamentarischen Tätigkeit wurden ungefähr 360 Einwanderer-Zertifikate pro Halbjahr bewilligt. Das war eine lächerliche Ziffer und diese Tatsache mußte erkannt und bekämpft werden. Die Ziffer war von der früheren Regierung übernommen worden, aber, wie der Nachfolger erkannte, war dies ein schwerer Irrtum. Wir kämpften, um die verschiedenen Hindernisse zu beseitigen, die dem Fortschritt in den Weg gelegt wurden, und durch die vereinte Bemühung aller am Erfolg unserer Bewegung Interessierten wurden unumstößliche Tatsachen aufgezeigt, mit dem Erfolg, daß die Regierung von unserem Recht in vielen Punkten überzeugt wurde und dementsprechend handelte. Das bedeutet allerdings nicht, daß wir mit der jetzigen Lage, zufrieden sind. Es bedeutet bloß, daß wir der Ueberzeugung sind, daß eine richtig aufgebaute konstruktive Kritik die einzige Methode ist, mit der wir unser gerechtes Ziel erreichen können. Diese Kritik sollte frei sein von ständigen heftigen Beschuldigungen, aber stark in ihrer Beweisführung. Die Tatsachen sind an und für sich stark genug. Dies entsprach den auf politischem Gebiet Arbeitenden. Meine Kollegen im parlamentarischen Palästinakomitee und ich bemühten uns, diese Arbeit nach besten Kräften durchzuführen. Wir waren in ständiger Fühlung mit der Jewish Agency. Dr. Brodetsky besuchte häufig das Büro des Komitees und er sowohl wie Dr. Weizmann hielten vor dem Komitee Vorträge. Auch unser Präsident Sokolow sagte dem Komitee einen Vortrag zu und gab uns häufig seinen Rat. Jede wichtige Frage, die die Bewegung betraf, wurde von der Lei-