Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 331

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 331 (sequence 331)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8738-3484888
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Finkelstein, Stricker, Janner 331 unlängst den Artikel eines Rabbiners, betitelt: „Neue Auslandsdeutsche." Er weist darauf hin, daß das deutsche Volk seine Söhne nach Palästina schicke. Dieser gute Rabbiner richtet an die deutsche Regierung die Aufforderung, sie möge diese neuen Auslandsdeutschen in Palästina im Auge behalten, weil dort wieder ein Bollwerk des Deutschtums begründet werden kann. Jetzt werden Sie verstehen, wenn ich sage, daß man jetzt im Zionismus und in Palästina einen Begriff prägen muß, um den man bei uns bisher sehr scheu herumgegangen ist, den Begriff des zionistischen Patriotismus. Sonst kann in Palästina etwas entstehen, was ärger ist als das Ghetto in Europa: das Ghetto in Asien. Und in diesem Moment, da wir eine starke Zionistische Organisation brauchen, in diesem Moment tagt dieser Kongreß, der schwächste, der elendste Zionistenkongreß, der jemals getagt hat (Vorsitzender Mötzkin rügt diesen Ausdruck, der Redner nimmt ihn zurück). Ich habe ein besonderes Glück mit den Bildern, die im Kongreßsaal hängen. Als ich das Herzlbild in diesem Saale sah, da fragte ich mich: •Wer hat diese Karikatur hier aufgehängt, die allem ähnlich sieht, nur nicht Herzl? Auch auf die Gefahr hin, daß Sie sich darüber aufregen, meine Herren von der Linken, erkläre ich Ihnen: Wenn bei einer Ihrer Tagungen ein so schlechtes Bild von Marx hängen würde, so würden Sie sich sehr aufregen. Aber jetzt erscheint mir dieses Bild nicht gar so deplaziert: für einen Kongreß von dieser Güte und Stärke ist ein solches Herzlbild gut und stark genug, für einen Kongreß, der in zehn Tagen nicht die geringste Arbeit geleistet hat, es zu nichts Anderm gebracht hat als zu dem Sturm der Linken gegen die Rechte und der entsprechenden Reaktion! Ich will aber nicht über links und nicht über rechts sprechen. Ich will von denen sprechen, die Schuld an dieser Situation tragen. Von denen, die in der Mitte sitzen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Sie haben über fünfzehn Minuten gesprochen und müssen jetzt schließen. STRICKER: Schön, dann schließe ich (Zwischenrufe). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Herr Stricker hat über fünfzehn Minuten gesprochen. Es ist kein Grund zur Aufregung. Das Wort hat Herr Janner. BARNETT JANNER (Allg., England, — spricht englisch): Wir versammeln uns in einer Zeit einer nie erhörten Krise für das Judentum, einer Krise, wie sie die Juden noch nie und nirgends erlebt haben, und es ist die Pflicht des Kongresses, die ernste Lage, die entstanden ist, in ruhiger und überlegter Weise zu prüfen. Von dem Ergebnis der Kongreßberatungen wird zweifellos das Schicksal von Millionen Juden abhängen. Eine gewaltige Anstrengung muß von allen Teilen der zionistischen Bewegung gemacht werden, um persönlichen Geschmack bei der Ausschmückung des Baues zurückzustellen, damit alle helfen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.