Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 324)
- Language
- German, English, Hebrew
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324 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte darüber zu verhandeln. Es ist ja möglich, daß Sie, Herr Großmann, nachdem Sie die Erklärungen der Exekutive in der Politischen Kommission gehört haben werden, Ihre Interpellation zurückziehen. MEIR GROSSMANN: Ich schlage vor, der Kongreß möge von der Exekutive verlangen, daß sie im Laufe des heutigen Tages ihre Erklärungen der Politischen Kommission übergibt, und daß die Sache heute abends oder morgen früh vor den Kongreß kommt. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wir bitten die Exekutive, ihre Erklärungen der Politischen Kommission heute zu übergeben. Ueber den zweiten Teil werden wir morgen sprechen. Die Generaldebatte wird fortgesetzt. Das Wort hat Herr Dr. Hoff mann. Dr. JAKOB HOFFMANN (Ret*., Lettland — spricht jüdisch): Sowohl in dem Bericht der Exekutive als auch in den Reden der Vertreter der einzelnen Fraktionen konnte man eine ungeheure Unzufriedenheit über die Lage konstatieren, in der sich die zionistische Bewegung befindet. In dem Bericht der Exekutive ist die Rede von der großen Diskrepanz zwischen dem Wachstum der Bewegung einerseits und unserer Organisation andererseits, und man deutet zugleich an, worin die Ursache zu suchen ist. Man gibt den Revisionisten die Schuld, die eigentlich die einzigen sind, die für eine wirklich gesunde Zionistische Organisation kämpfen. Drei Viertel der Rede des Vertreters der Exekutive waren den Revisionisten und dem ungeheuren Schaden gewidmet, den sie der Organisation zufügen. Ferner hörten wir von den Vertretern der einzelnen Fraktionen Anschuldigungen wegen bestimmter Methoden im innerzionistischen Kampf, die, wie sie sagen, von den Revisionisten eingeführt wurden und mit denen man die Bewegung nicht weiterführen kann. Ich will der Bewegung einen Rat geben, wie man sich von solchen Elementen befreien kann, die, wie man es so schön ausdrückt, kommen und gehen, erst die Delegiertenkarten zerreißen und dann wiederkommen. Man verwandle den Zionistischen Kongreß in einen wirklich zionistischen! Man anerkenne die Ziele des Zionismus und seine politischen Kampfmittel, dann wird niemand seine Karte zerreißen! Ich möchte aber fragen, welche Mittel die Exekutive anwenden will, um sich von den zerstörenden, antizionistischen Kräften zu befreien, die sich auf der anderen Seite befinden. Wieviel Anti-Zionisten, wieviel Zionsfreunde, wieviel „Mopsen" sind zur Wahlurne gegangen und haben hieher Vertreter entsendet? Wie kann man sich von solchen zerstörenden Elementen befreien? (Beifall.) VORS. VIZEPRÄS. JIZCHAK GRÜNBAUM (der inzwischen den Vorsitz übernommen hat): Ich muß feststellen, daß an den Wahlen zum Kongreß sich bloß Schekelzahler beteiligt haben. Laut unserer Konstitution sind Schekelzahler diejenigen, die auf der Basis des Basler Programms stehen und die Kongreßbeschlüsse akzeptieren. Solche Leute sind Zionisten und ich bitte Sie, Herr Dr. Hoff mann, keine Ver-