Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 322)
- Language
- German, English, Hebrew
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322 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte der Knesseth Israel gekämpft, und die Arbeiterschaft, die sozialistische, revolutionäre Histadruth trägt auf ihren Schultern das kleine Stückchen nationaler Autonomie, das wir in Erez Israel haben. Und nun wollen die Allgemeinen Zionisten und Revisionisten das Prestige und die Autorität der Knesseth untergraben. Ihr Allgemeinen Zionisten, Ihr tut dasselbe was der „Bund" im Galuth tut! (Lebhafter Beifall, große Unruhe.) Als wir die Knesseth Israel schufen, standen wir vor der Frage, ob wir nur für weltliche Dinge zu organisieren haben, oder ob auch der Misrad Harabanuth konstitutionell miteingeschlossen werden solle. Wir, die Zionisten hatten damals die Auffassung, daß die jüdische Gemeinschaft in Palästina sich auf zwei Säulen stützen soll, denen es vor allem ernst ist mit den Fragen des Aufbaus; auf die Säulen der Arbeiterschaft und des national-religiösen Judentums. Wir haben uns dafür ausgesprochen, daß der Misrad Harabanuth sich an der Knesseth Israel beteilige; wir haben auch gefordert, daß die große Stadt Tel Aviv ein Teil der Knesseth Israel sein solle und sich nicht in eine religiöse und eine weltliche Gemeinde scheide. Der Misrachi aber hat sein eigenes Prinzip verraten. Wir, die Arbeiter in Erez Israel, sind den integralen nationalen Prinzipien treu geblieben. Bqgratschow hat sich sehr für die jüdische Arbeit eingesetzt. Warum sondert er sich nicht von denen abx die mit Arabern arbeiten? (Beifall links.) Was hilft es uns, daß er mit solcher Entschiedenheit jüdische Arbeit hier predigt, wenn er dort mit jenen zusammensitzt? Wenn eine Familie aus Palästina deportiert wird, gibt es ein gewaltiges Geschrei. Durch Euch, Allgemeine Zionisten, sind 7000 bis 10.000 Familien „deportiert" worden, welche in Petach Thikva, Sichron, Glieder a usw. ihre Existenz finden könnten. Wie könnt Ihr mit den Leuten, die dies taten, in einer Organisation sitzen und welches Recht habt Ihr, von jüdischer Arbeit zu sprechen? Diese Allgemeinen Zionisten sind es, die rings um uns die Atmosphäre vergiftet haben. Wenn sich Krämer im Lande vereinigen, dann wird es niemandem einfallen, einen separaten revisionistischen Krämerverein zu konstituieren. Uns organisierten jüdischen Arbeitern, will man das Recht auf eine einheitliche Organisation verweigern und man möchte kleine konkurrierende Vereine haben. Kein ehrlicher Zionist kann sich für so etwas einsetzen. Die jüdische Gesamtheit wird nur dann stark sein, wenn die Arbeiter geeint und stark sind. Mit der Wahrheit könnt Ihr nicht gegen uns kämpfen, daher seid Ihr darauf angewiesen, mit Lügen kämpfen zu müssen. Ihr habt uns mit „Hüten" nicht zudecken können, Ihr werdet uns auch mit Lügen nicht niederkriegen (Langanhaltender Beifall). MEIR GROSSMANN (Demokr. Rev. — zur Geschäftsordnung): Vor drei Tagen hat man uns zugesagt, eine Antwort auf unsere Interpellation zu geben. Ich glaube, daß es sehr fair von uns war, so lange zu warten, aber die Antwort ist bis jetzt nicht gekommen. Uns genügt keine Antwort in der politischen Kommission; wir wollen eine