Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 317)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8724-3484874- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wise 317 brachen): In der ersten Reihe auf der Tribüne befinden sich Sitze des Präsidiums und der Exekutive. Die anderen Reihen sind für die Mitglieder des A.C. und Beamte bestimmt. Herr Shertok als Mitglied des A.C. hat also das Recht, hier oben zu sitzen. Der ganze Gegenstand ist viel zu belanglos, um die Verhandlungen zu stören. Wenn das so weiter geht, wird Dr. Wise unbeschränkte Redezeit haben (Unruhe rechts). Dr. STEPHEN WISE (fortfahrend): Ob wir Zionisten Mitglieder der Arbeiterpartei sind oder nicht, wir haben ihr zur Existenz verhelfen, nicht als politische Partei, aber als Organisation der palästinensischen Arbeiter. Die Linke mag oder mag mir nicht verzeihen: ich muß sie daran erinnern, daß es gut ist, Riesenstärke zu besitzen, aber tyrannisch, von ihr Gebrauch zu machen wie ein Riese. Was die politischen Fragen anlangt, die unmittelbar vor dem Kongreß stehen, so gehört dazu vor allem die Haltung des Kongresses zur Jewish Agency. Es ist nicht meine Gewohnheit, von Toten Uebles zu reden. Die Agency ist tot, leblos, totgeboren, abgesehen von den Lobgesängen, die die Histadruth bei ihrer Scheingeburt einstimmte. Der Kongreß wird sich sicher klug, aber energisch gegen eine Organisation verhalten, die der Kraft und Geschlossenheit der zionistischen Bewegung wenig gegeben, aber viel genommen hat. Im Namen des früheren Präsidenten der Zionistischen Organisation, dessen Abwesenheit wohl alle bedauern, und über die viele sich wundern, selbst wenn er noch verspätet plötzlich erscheinen sollte, wurde gesagt, unsere Lage sei in den letzten zwei Jahren, seit wir das Regime nicht stürzten, sondern konstitutionell änderten, schwächer und unser Prestige geschädigt worden. (FISHMAN: Sie sprechen nur für einen Teil der Zionisten aus Amerika!). Wir vom Weltverband der Allgemeinen Zionisten antworten darauf: Die letzten zwei Jahre waren gute Jahre, wir hatten eine Exekutive von Wert, von Würde, von Selbstachtung und Mut, die ihrer hohen Aufgabe gewachsen war. Die Exekutive der letzten zwei Jahre hat wie keine Exekutive der vorgehenden zehn oder zwölf Jahre gelernt, der Mandatarregierung „nein" zu sagen, wenn „nein" gesagt werden mußte. Mit anderen Worten, unsere Exekutive hat keine Ghettosprache der Angst gesprochen, sondern die Sprache des Mutes, die die Engländer am besten verstehen und am meisten achten. Ich kann Einzelheiten nennen, wenn ich den Mut der Zionistischen Exekutive lobe, einen Mut, der sich als höchste Klugheit erwiesen hat. Um mit dem French-Bericht zu beginnen, dessen bittere Lehren vielleicht noch in Palästina Gesetz werden können: die Exekutive hat gekämpft und mutig und ununterbrochen gestritten, um diese Drohung abzuwenden. Zu einem untragbaren, ungerechten Vorschlag einer Einkommensteuer hat unsere Exekutive kraftvoll und, wie wir glauben, überzeugend „nein" gesagt. Zu dem Vorschlag auf Schaffung des Gesetzgebenden Rates, der, wenn nicht dem Namen, so doch dem Wesen nach heute die Abschaffung und Annullierung der Balfour-Deklaration bedeutet, hatte unsere Exekutive den Mut, „nein" zu sagen, ein