Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 311)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gotthelf, Bogratschow 311 am Sabbath Araber für sich arbeiten lassen, haben wir nichts gehört (Beifall). Man sagt, wir verachten die nationalen Heiligtümer des Volkes, Dazu sind wir wahrlich nicht nach Palästina gekommen; wenn meine Genossen in Chedera und Petach Tikwa eingesperrt wurden, so geschah es eben deshalb, weil sie die Heiligtümer des Volkes hochgehalten haben, weil sie um die erste zionistische Pflicht — um Arbeit — gekämpft haben. Wir brauchen keinen „Hechscher" für nationale Gesinnung, wir haben ihn nicht verlangt, um die Sümpfe Palästinas auszutrocknen, nicht um in Polen die hebräische Bewegung zu schaffen, und wir werden ihn nicht brauchen, um das arbeitende Erez Israel aufzubauen (Beifall). CHAIM BOGRATSCHOW (Allg., Erez Israel — spricht hebräisch): Ich will zum Rechenschaftsbericht der Exekutive sprechen und wende mich an die Freunde, die von den Allgemeinen Zionisten gewählt worden sind, an Sokolow, Brodetsky, Ussischkin, Motzkin und Neumann. Sind sie nicht verantwortlich für die Tatsache, daß zu der Zeit, da der zionistische Gedanke die ganze jüdische Welt erobert hat, die Zionistische Organisation zusammenzubrechen droht? Warum ist das so? Ich werde mir Mühe geben, zu zeigen, in welchem Grade die Vertreter der Allgemeinen Zionisten daran Schuld haben. Zwei Methoden der Allgemeinen Zionisten haben diesen Zustand verursacht: die eine Methode ist „laisser faire, lais9er aller". Ich habe vor mir den Rechenschaftsbericht der Kolonialbank, deren Gouverneur Motzkin ist. Darin las ich, daß Geld in Kowno und Lodz angelegt wurde, aber nicht, daß man auch nur einen Juden mit dem Geld der Bank in Palästina angesiedelt hätte. Wir haben die Anglo-Palestine Bank in Erez Israel, Herr Ussischkin ist einer der Governors dieser Bank. Im Bericht dieser Bank ist die Rede von der Seifenindustrie in Nablus. Die A.P.B, hat aber auch zwei Siedlungen in Erez Israel, Ruchama und Sedschera, und dort arbeiten zu 100 Prozent arabische Arbeiter. Wie können wir nun von den Kolonisten in den Privatkolonien verlangen, daß sie ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigen? Nach den Unruhen im Jahre 1929 wurde ein Hilfsfond (Emergency Fond) gesammelt; die Arbeit der Aufbringung leisteten die Zionisten, die Verwaltung aber wurde in die Hände der Nichtzionisten gelegt. Jetzt wieder wird ein Fond zur Hilfeleistung für die deutschen Juden gesammelt. Man schafft damit eine Gesellschaft Emica. Das Zentralkomitee zur Hilfe für die deutschen Juden in Erez Israel hat mich ersucht, zum Kongreß zu kommen und zu verlangen, daß die Organisierung der Hilfe für die deutschen Juden von niemand anderem als von der Zionistischen Organisation übernommen werde. Jeder, der Geld sammelt, will eine besondere Gesellschaft gründen. Das ist nicht in Ordnung. Es schwächt die Zionistische Organisation und stört die Aufbauarbeit. Und nun zu den Angelegenheiten der Erziehung. Es wurde beschlossen, daß die Erziehung von der Zionistischen Organisation auf die Knesseth Israel übergeht, d. h. daß man der zionistischen Arbeit in Erez Israel und im Galuth Geist und Seele wegnimmt. Und man