Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 310)
- Language
- German, English, Hebrew
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310 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte Moskau!). Wir wissen .ganz gut, wie es um die nationale Arbitrage st?eht, die die Arbeitgeber bei der erstbesten Gelegenheit zu brechen bereit sind. Wir verneinen sie und fordern das Recht auf Arbeitsverteidigung und Kollektivverträge. Ebenso wie der jüdische Fascismus ein Zweig des Weltfascismus ist, so ist er auch auf politischem Gebiete ein getreues Abbild des imperialistischen Chauvinismus. Wir aber müssen die Brücke finden zur Verständigung mit dem erwachenden nahen Orient (Lebhafter Beifall). Das ist keine theoretische politische Konzeption, sondern liegt im Interesse des zionistischen Werkes, das nur unter der Voraussetzung einer Verständigung von dauerndem Bestand sein kann. Wir dürfen es nicht bei bloßen Protesten gegen Ausschreitungen von arabischer Seite bewenden lassen, sondern wir müssen eine Verständigung mit den fortschrittlichen Kräften in der arabischen Welt suchen. Auch das liegt im eigensten Interesse des Zionismus. Denn wenn wir die Araber aufklären werden darüber, daß das zionistische Werk nur in ihrem Interesse liegt, dann werden wir uns weite Gebiete um Erez Israel herum eröffnen und einen wirklichen Großzionismus schaffen können (Beifall). Ich spreche hier im Namen der 15 Delegierten des Hasenomer Hazair. Es: gibt Menschen, die unsere Treue zum Zionismus bezweifeln. Diese Menschen, die angeben, hundertprozentige Zionisten zu sein, dürfen ZLonisten und Bourgeois, Zionisten und Fascisten sein, uns aber ist es verboten, Zionisten und Sozialisten zu sein (Lebhafter Beifall). Dabei ist unser Sozialismus die soziale und ethisch unentbehrliche Ergänzung des Zionismus, der nicht nur Einzelnen Befreiung und Erlösung bringt, sondern den Massen des jüdischen Volkes Freiheit und Gleichheit. Wenn Zionismus Kolonisation bedeutet, so frage ich: was haben jene, die im Namen des hundertprozentigen Zionismus auftreten, für die Kolonisation getan? Wo sind ihre Wirtschaften? Die Arbeiter haben Wirtschaften auch ohne Budgets und Subventionen errichtet. Wenn Zionismus konstruktive Tat bedeutet, so frage ich: was haben die Menschen Konstruktives geleistet? Wenn Zionismus auf sozialem Gebiete Zusammenarbeit, Kooperation bedeutet, so haben diese Menschen die Zusammenarbeit nur gestört. Wenn man der Jugend erzählt, daß Selbstarbeit heute keinen Zweck mehr habe, wie will man die Jugend produktivieren? Wenn man der Jugend den Sozialismus nimmt, wird sie dann noch die Kraft haben, ohne diesen Glauben ihre Arbeit fortzusetzen? Der Misrachi hat wiederholt den Haschomer Hazair angegriffen, weil er den jüdischen Glauben mißachte. Ich weiß nicht,was der Misrachi täte, wenn es nicht Fälle von Entweihung des Sabbath in Erez Israel gäbe, — er müßte sich rein solche Dinge aus dem Finger saugen! Die Erzählungen über Kfar Chittin sind Lügen. Der Schomer Hazair hat die Entweihung des Sabbath nicht in sein Programm aufgenommen, seine obersten Institutionen verurteilen jede Form der Taktlosigkeit in Dingen des Glaubens, aber wir werden die Freiheit des Gewissens im Privatleben verteidigen. Wir haben hier alle Sünden der Arbeiter zu hören bekommen, aber davon, daß die Pardesbesitzer