Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 308)
- Language
- German, English, Hebrew
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308 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte tät erlassen worden sind, vollen Wert zu wahren und volle Geltung zu verschaffen (Beifall). JEHUDA GOTTHELF (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Schwere Wolken lagern über diesem Kongreß. Die Atmosphäre der Zionistischen Organisation muß gereinigt werden, damit wir frei atmen und neu schaffen können. Nur nach Reinigung der Atmosphäre wird es möglich sein, die Hauptfrage zu stellen: wie in einem Minimum von Zeit ein Maximum an Juden nach Palästina gebracht werden kann, wie man die Ali ja in Palästina verwurzelt, daß die Menschen Erwerb und Arbeit finden und nicht ins Galuth zurückkehren. Die jüdische Gola ist begeistert von der Prosperity in Palästina und die Menge der Konjunkturzionisten hält das für den normalen Zustand. Aber jene Zionisten, die seit vielen Jahren in der Bewegung sind und die schon öfters Flut und Ebbe mitgemacht haben, wissen, daß es keine Wunder gibt im Leben und auch nicht in Erez Israel: Chaluziuth und nationales Kapital waren es, die dem privaten Kapital den Weg gebahnt haben. Es besteht die große Gefahr, daß auch in Palästina die Tragödie des Galuth sich wiederholt und daß Erez Israel ebenfalls ein Stück Galuth wird. Diese Gefahr besteht, weil die Zionistische Organisation, die zionistische Bewegung, geschwächt darniederliegt. Schuld daran ist die Atmosphäre, die von rechts geschaffen wurde. Ueberall, in allen Zeitungen fallen die Revisionisten über die Fonds her. Die Ehre des Kongresses erlaubt es nicht, alle Ausdrücke zu wiederholen, die in hetzerischer Weise in den Zeitungen und Versammlungen gegen die Fonds verwendet wurden. Wenn der Kongreß alle diese Worte gesammelt hätte, so wäre genug Material da, um zu entscheiden, ob diese Herren noch der Organisation angehören dürfen (Beifall links, Zwischenrufe rechts). Auch die Balebatim sind vielfach gegen die Fonds und setzen sie herab, obwohl sie ohne die Arbeit der Fonds nicht existieren könnten. Die Existenz der Fonds ist eine Mahnung, die an den Verrat dieser Leute, die alles genossen und keine Pflichten erfüllen wollen, erinnert. Herr Großmann spricht vom Reichtum der Arbeiter in Erez Israel. Ich frage ihn, ob er auch die ungeheueren Leiden und Qualen der Arbeiter mit ihnen teilen wollte? Diese Leute lügen und betrügen, fälschen die Wahrheit und wollen nicht sehen, daß die nationale Kolonisation nur deshalb so teuer war, weil wir Lehrgeld zahlen mußten, und daß nur durch diese nationale Kolonisation die Basis für die private Arbeit geschaffen wurde. Wir haben in kurzer Zeit gelernt, mit wenig Geld viel zu schaffen, und wir müssen feststellen: die Wahrheit, daß das nationale Kapital und die chaluzische Leistung an der Spitze unseres Aufbauwerks stehen, besteht weiter. Der „leichte Zionismus" will den Massen erzählen, daß man heute, wo es in Palästina aufwärts geht, mit der Chaluziuth Schluß machen kann; jeder Jude könne heute nach Erez Israel kommen und dort ein bequemes Leben führen, aber die Arbeiter wollten die Juden nicht ins Land lassen. Gab es in der Welt je ein Land,