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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 307

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 307 (sequence 307)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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W aldmann 307 den Kräfte der Majoritätsvölker in einzelnen Ländern und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dazu geführt, daß diese Vertretungen zu geringer Bedeutung herabgedrückt wurden. Heute muß unsere Galuth- Politik hauptsächlich auf eine Umschichtung der jüdischen Bevölkerung im Galuth und auf die Vorbereitung ihrer Jugend für Erez Israel gerichtet sein. Es muß hauptsächlich dahin gewirkt werden, daß die immer stärker aktuell werdende Emigration zu einer planmäßig ausgebildeten Immigration vorbereitet und in produktive, wirtschaftliche Bahnen geleitet werde. Gestatten Sie mir noch folgende Bemerkung: Wenn man von den wirtschaftlichen Verhältnissen in Palästina spricht, werden immer nur zwei Formen des Kapitals, die des Privatkapitals und die des nationalen Kapitals, erwähnt. Ich will mich jetzt nicht auf die Bedeutung dieser zwei Formen des Kapitals für Palästina einlassen. Aber zu diesen zwei Formen muß noch eine dritte hinzutreten, die große Möglichkeiten in sich birgt: das vergesellschaftlichte jüdische Kapital. Während das private Kapital der Juden, das heute nach Palästina geht, seinem Wesen nach vorsichtig und auf unmittelbare Erfolge angewiesen ist und daher auch mit allen negativen Begleiterscheinungen des individuellen Privatkapitals belastet erscheint, kann ein vergesellschaftlichtes jüdisches Kapital große Positionen erwerben und einer großen jüdischen Arbeiterimmigration Schritt machen. Wenn die Losung der Heranziehung des vergesellschaftlichten jüdischen Kapitals für Palästina ausgegeben würde, wird sie bestimmt ein großes Interesse bei den Juden hervorrufen. Es ist manchmal schwer, Juden aus ihren derzeitigen wirtschaftlichen Positionen im Galuth, so lange sie glauben, sich noch halten zu können, herauszureißen, auch wenn dieser Glaube sich als unbegründet erweisen sollte, und wenn die derart Gläubigen oft aus diesem Glauben in einem Zustand der Verzweiflung erwachen. Es ist aber jedenfalls leichter, Juden beizubringen, daß sie durch Beteiligung an vergesellschaftlichtem jüdischen Kapital, das ist an Gründung von verschiedenen wirtschaftlichen Aktiengesellschaften, einen neuen Faktor für den wirtschaftlichen Aufbau von Palästina schaffen können. Auch wir in Oesterreich werden uns bemühen müssen, für die Umschichtung der jüdischen Bevölkerung und die Vorbereitung einer planmäßigen Emigration der jüdischen Jugend die moralische und wirtschaftliche Hilfe des Staates zu erreichen. Es wird vielleicht nicht leicht, aber doch möglich sein. Ich spreche hier von der all weltlichen jüdischen Tribüne aus. Wir werden es vielleicht nicht notwendig haben, nach einer Katastrophe an die Zionistische Weltorganisation zu appellieren, denn diese Katastrophe muß in Oesterreich nicht eintreten. Wir sind aber verpflichtet und auch berechtigt, die Zionistische Weltorganisation und ihre Vertretung darum zu bitten, daß sie getreu ihren Prinzipien „nihil Judaei mihi alienum" den österreichischen Juden für den Fall zur Seite zu stehen, wenn es sich darum handeln sollte, völkerbundrechtlich verankerten Verfassungsgesetzen, die zum Schutze auch der jüdischen Minori- 20*

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