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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 306

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 306 (sequence 306)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8713-3484863
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306 io. Kongreßsitzung: Generaldebatte dritte Prinzip unserer Einstellung hinzuweisen: zwischen den Fragen der Juden im Galuth und den Palästinaproblemen besteht ein derartiger Konnex, daß man, um die gegenwärtige neue politische Terminologie zu gebrauchen, von einer „Totalität" sprechen kann. Es gibt kein Bestreben für Palästina ohne Berücksichtigung der ökonomischen, sozialen und kulturellen Lage der Juden im Galuth; und es gibt keine Arbeit im Galuth ohne Aspekt für Palästina. Aus den vielen Erklärungen, die wir hier bereits vernommen haben, ist in dieser Hinsicht besonders eine des Herrn Präsidenten. Sokolow aus seinem Referate über Deutschland hervorzuheben: daß die Zionistische Organisation sich nie des Rechtes begeben hat, für die Gleich- und Vollberechtigung der jüdischen Massen im Galuth einzutreten. Präsident Sokolow meinte: Wenn man das jüdische Volk in Ghetti einsperren würde, so könnten solche Teile des jüdischen Volkes in Palästina nur wieder ein Ghetto aufbauen. Von diesem Standpunkte aus möchte ich einige Worte über die Lage in Oesterreich sagen: Wir stehen jetzt nach der großen Katastrophe in Deutschland, und es gibt nicht genug Worte des Protestes, um unsere Stimmung und unseren Schmerz auszudrücken. Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen, aber es werden Befürchtungen geäußert, daß das, was gestern in Deutschland geschehen ist, morgen auch in Oesterreich eintreten könnte. Es ist daher vielleicht gut, bevor diese Wahrscheinlichkeit zur aktuellen Möglichkeit wird, sich ein wenig mit dieser Frage auch auf diesem Kongresse zu befassen. Es ist wahr, daß in Oesterreich keineswegs jene Voraussetzungen für den Hitlerismus gegeben sind, wie sie in Deutschland bestanden haben. Schon die Psychologie des „österreichischen Menschen" ist eine ganz andere als die der Norddeutschen; Oesterreich ist moralisch ein Produkt des Völkerbundes und steht unter dessen Kontrolle; schließlich hat man zum Glück für die Minoritäten in Oesterreich die Versicherungen, wie sie andere Staaten vorgebracht hatten, daß dort die Minoritäten auch ohne Minoritätenverträge geschützt wären, nicht geglaubt, und man hat die Minoritätenrechte in die österreichische Verfassung einbauen lassen. Dieser Umstand, daß wir uns auf den angeblich granitenen Boden der Minderheitsgesetze stützen können, stärkt jedenfalls die Annahme, daß ein Uebergreifen der Judenhetze in reichsdeutscher Form nicht so leicht sein dürfte, wie mancher glauben könnte. Ich will mit Genugtuung feststellen, daß die Zionistische Weltorganisation durch die Rede ihres Präsidenten Sokolow der ganzen Welt und darunter auch uns Juden in Oesterreich klar gesagt hat, das jüdische Volk in seiner Gesamtheit werde sich stets angelegen sein lassen, die Rechte der jüdischen Minoritäten in allen Ländern zu schützen. Allerdings ist uns klar, daß die aktive Politik der Juden in einzelnen Ländern des Galuth heute vielfach einen anderen Inhalt als bisher annehmen muß; während wir bis nun das Hauptgewicht darauf gelegt haben, in den verschiedenen Staats- und Munizipalkörperschaften vertreten zu sein, wo die öffentlichen Willensäußerungen geschmiedet werden, haben jetzt die politischen Ansichten der herrschen-

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