Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 302)
- Language
- German, English, Hebrew
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302 io. Kongr ef Sitzung: Generaldebatte die Einführung des Zweijahresschekels verlangt. Während sich aber sonst die Fraktionen in den Haaren liegen, kam es zu einer direkt wunderbaren Einheit zwischen Linken, Revisionisten und Misrachi, als es galt, die Position des Zentrums zu schwächen, und unser Antrag wurde abgelehnt. Aber auch der Zweijahresschekel ist nicht das Kriterium eines Zionisten. Es muß eine eigene Instanz geschaffen werden, die zu beurteilen haben soll, ob jemand Zionist ist oder nicht. Ich kenne einen Fall, wo einer der ärgsten Zionistenfresser das Wahlrecht zum Kongreß erhielt, weil er zufällig einen Schekel gekauft hatte. Und solche Leute sollen über Tod und Leben des jüdischen Volkes zu entscheiden haben? Das darf nicht so weiter gehen. Die Linken und die Rechten meinen, das Zentrum beerben und an seinem Zusammenbruch profitieren zu können. Darin irren sie. Wenn das Zentrum nicht stark sein wird, dann habt auch Ihr hier nichts zu tun. Stellt Euch diesen Kongreß ohne Zentrum vor. Beim ersten Zusammenstoß zwischen Rechts und Links würde er in die Luft fliegen, wenn nicht das staatserhaltende Element des Allgemeinen Zionismus wäre, das nur für das Ideal und den reinen Aufbau von Erez Israel kämpft (Beifall). Vergeßt nicht, daß die Jugend in Euren Reihen unsere Kinder sind. Wie stellt Ihr Euch die Fonds vor ohne die Arbeit der Allgemeinen Zionisten? Wenn Ihr die Kraft der Allgemeinen Zionisten brechen wollt, werden die Fonds aufhören zu existieren. Es ist kein Zufall, daß mit dem Rückgang des Allgemeinen Zionismus auch die Fonds zurückgehen. Das Gros des jüdischen Volkes will weder für ein soziav listisches Erez Israel noch für militärische Spielereien in Uniform sein Geld hergeben, es will Aufbau. Im linken Lager gibt es einen radikalen Flügel. Wenn die Linken den ganzen Kongreß beherrschen werden,, so werden sie von diesem radikalen Flügel sehr zu leiden haben, der im Zionismus nur ein Uehergangsstadium sieht zur Diktatur des Proletariats. Dafür ist das jüdische Volk nicht zu haben. Die Linken werden eine Revolution im eigenen Lager erleben von solchen radikalen Elementen, die ihre Führung nicht anerkennen. (Zur Linken gewendet:) Ihr werdet stark sein, wenn wir stark sein werden. Die Radikalisierung des jüdischen Lebens ist für Euch nicht weniger gefährlich als für uns. Ich appelliere an alle Chaverim, sie mögen in der Organisationskommission die Probleme der Reform der Organisation ernst nehmen. Es geht nicht nur um äußere Formen, um eine Aenderung des Statuts, sondern um eine Reorganisierung der zionistischen Bewegung in Anpassung an die Wirklichkeit. Es muß eine Instanz geschaffen werden, die entscheidet, ob einer würdig ist Zionist zu sein oder nicht. Alte Menschen, die in der Bewegung ergraut sind, sehen ihren Einfluß schwinden, ganze Blocks von Schekalim werden verkauft, es ist eine Farce von Demokratie, die wir nicht zulassen werden. (Präs, Motzkin wendet sich gegen die Beschuldigung, die Redner zurückzieht). Der Zionismus hat heute die Entscheidung in den vitalsten Fragen des jüdischen Volkes. Diese Entscheidung muß durch ein berufenes Tribunal erfolgen. Man sage nicht, daß die Krise die Ursache ist dafür, daß