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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 301

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 301 (sequence 301)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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301 Zehnte Kongreßsitzung. Dienstag, 29. August 1933, vormittags. Beginn der Sitzung io Uhr 30 Min. Vorsitz: Präs. Motzkin. JOACHIM NEIGER (Ällg., Westgalizien — spricht jüdisch): Geehrter Kongreß! In einem Punkt sind alle auf diesem Kongreß einig, nämlich darin, daß unsere Organisation Fehler hat, daß die Formen unserer Organisation veraltet sind und verbessert werden müssen. Wenn ein Fremder, der den Zionismus und seine historische Entwicklung nicht kennt, die Bewegung nach dem Bild beurteilen wollte, das dieser Kongreß bietet, wenn er sähe, wie das Zentrum, die Allgemeinen Zionisten, von Kongreß zu Kongreß schwächer werden, müßte er die falsche Schlußfolgerung ziehen, daß der Zionismus in jenen Kreisen, die die Mehrheit des jüdischen Volkes bilden, unter den Kaufleuten, Handwerkern und Intellektuellen, sich im Aussterben befinde. Denn die Massen, die hinter dem allgemeinen Zionismus stehen und die Mehrheit des jüdischen Volkes bilden, die in den ersten Jahren nach dem Kriege auch im Kongreß die große Mehrheit bildeten, wurden allmählich zu einer Minderheit und zählen heute nicht mehr als 25^0 dieses Kongresses. Wenn wir aber den Fremden in die Länder der jüdischen Massensiedlung einladen und ihm das -jüdische Leben, wie es wirklich ist, zeigen würden, dann bekäme er ein ganz anderes Bild. Die Allgemeinen Zionisten stehen in den vordersten Reihen, das politische Leben, die Repräsentanz des Zionismus liegt in den Händen jenes Mittelstandes, der Allgemeiner Zionismus genannt wird, die ganze Arbeit für die Zionistische Organisation, für den Keren Kayemeth und Keren Hajessod und selbst für die Fonds der Fraktionen wird zum Großteil von Allgemeinen Zionisten geleistet, die politische Vertretung der jüdischen Bevölkerung in den Ländern, wo es eine jüdischnationale Landespolitik gibt, liegt in ihren Händen. Und man muß sich fragen: Wenn das jüdische Leben zeigt, daß das Gros der Zionisten hinter den Allgemeinen Zionisten steht, warum zeigt dieser Kongreß eine so falsche Zusammensetzung? Weil unsere Organisationsformen veraltet und dem Leben nicht angepaßt sind. Bedenken Sie — heute, wo der Zionismus sozusagen über Tod und Leben von tausenden jüdischen Existenzen entscheidet, wo Tausende ihren Blick auf Erez Israel nicht nur als Lösung der nationalen Frage, sondern auch ihrer eigenen Existenz richten,, in dieser Zeit hat ein Mensch, der einmal in zwei Jahren einen Schekel kauft, den der Zionismus 60 Groschen im Jahr kostet, über unsere Politik, über unsere Stellung zum Völkerbund, die Organisierung unserer Ali ja, den Aufbau von Erez Israel, zu entscheiden. Ist das recht so, ist das demokratisch? {Beifall.) Auf dem letzten Kongreß in Basel haben wir Allgemeinen Zionisten

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