Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 298)
- Language
- German, English, Hebrew
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298 g. Kongreßsitzung: Generaldebatte (Rufe links: Hört, hört!), so war es die Arbeiterorganisation. Und ohne auf Ihre Hilfe zu warten und die Erlaubnis von Ihnen zu bekommen, haben wir in Atlith und bei den Hafenarbeiten in Haifa einen Streik erklärt,, um uns die Sabbathruhe zu sichern. Ich möchte gerne wissen., was Ihr vom Misrachi außer Deklarationen auf dem Papier und Ausfällen gegen die Arbeiterschaft, geleistet habt. Ich sage aber gleichzeitig klar und offen: wir werden für die Sicherung des Ruhetages des jüdischen Arbeiters kämpfen, wir werden aber vor allem verlangen, daß der jüdische Arbeiter die Arbeit erobert, wir werden uns nicht damit einverstanden erklären, daß irgend eine Arbeit dem jüdischen Arbeiter nicht zugänglich sei (Beifall). Wenn Ihr vom Misrachi zusammen mit uns für die Arbeit in Romema in Jerusalem gekämpft hättet — und Ihr wißt, welche Gefahren uns drohten und wie schwer dort der Kampf war, wo alle, von den Kommunisten bis zur Regierang, gegen uns waren — und gleichzeitig auch für die Sabbathruhe, dann hätte ich Euch das Recht zuerkannt, hier über diese Sache zu sprechen. Wir müssen nicht immer für alles einstehen, was jede einzelne Gruppe tut. Ich sage es offen hier von der Kongreßbühne, daß die Histadruth im Falle Haifa sogar selbst die Initiative ergriffen und das Nötige vorgekehrt hat. Ihr greift Einzelfälle heraus und wendet sie zum Kampf gegen die Histadruth an, Ihr erzählt aber nicht die gesamte Wahrheit über die Histadruth (Beifall)» Man hat hier über Arbeiter der Allgemeinen Zionisten gesprochen. Auch ich begrüße mit Stolz und Freude die Arbeiter aus diesen neuen Kreisen. Sie sind unsere Brüder und Genossen und wir werden sie genau 50 aufnehmen und uns genau so zu ihnen verhalten wie zu allen übrigen. Aber die Allgemeinen Zionisten selbst verhalten sich ganz anders zu ihnen, und behandeln sie stiefmütterlich, weil die Arbeiter ihrer Forderung, die Allgemeine Arbeiterorganisation zu verlassen, nicht nachgeben. Darüber haben Sie, Herr Suprasky, uns nichts erzählt! Wenn man schon die Wahrheit sagt, dann soll es die ganze Wahrheit sein! Ich wiederhole und unterstreiche, daß in der Histadruth jeder Arbeiter, welcher Partei und Anschauung er auch sei, Genosse mit gleichen Rechten ist, uns allen erwünscht, und daß er die gleichen Möglichkeiten wie jeder Arbeiter hat. Allem aber, was Ihr verlangt, liegt ein Wunsch zugrunde: Ihr wollt uns das Recht rauben, daß die Arbeiter selbst die Form der Organisation bestimmen und selbst ihre Leitung wählen. 80 Prozent der Arbeiter stimmen für eine Partei, und Ihr wollt diesen 80 Prozent das Recht nehmen, ihre Leitung zu wählen, und beschuldigt sie, weil sie Sozialisten sind. Und ihr redet von paritätischer Organisation! Das sind die Leute, die die Demokratie im Munde führen! Man spricht von Streiks und von liebereinkommen. Wir haben uns immer wieder an alle Kreise der Arbeitgeber mit dem Antrage gewendet, Kollektivverträge abzuschließen. Mit der Mehrheit der Industriellen und vielen Landwirten sind solche Verträge seitens der Arbeiter abgeschlossen worden. In all diesen Verträgen war stets ein Punkt über ein obligatorisches Schiedsgericht enthalten, und diese