Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 299)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaplan 299 Schiedsgerichte haben sich sehr bewährt, aber jetzt bemüht man sich, in das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Politik hineinzubringen. Die Revisionisten fordern die Unternehmer öffentlich auf, mit der Histadruth keine Verträge abzuschließen. Die Allgemeinen Zionisten arbeiten vielfach insgeheim gegen solche Üebereinkommen. Ich beschuldige die Rechte, daß sie von Üebereinkommen zwar spricht, aber im praktischen Leben jedes Üebereinkommen stört und verhindert. Man erstrebt Parteiungen unter den Arbeitern, um sie besser zu beherrschen. Aus diesem Grunde ist man daran interessiert, daß es Streikbrecherorganisationen gebe — und das tun Leute, die immerzu vom „reinen Nationalismus" sprechen! Erst heute las ich in der Zeitung von einem Streik, bei dem der Unternehmer von der Histadruth aufgefordert wurde, sich an das Schiedsgericht zu wenden. Er lehnte entschieden ab. Das ist nur einer von vielen Fällen. Was gedenkt Ihr gegen diese Leute zu tun? Seid Ihr bereit, sie aus Euern Organisationen auszuschließen? Ihr Allgemeinen Zionisten habt nicht den Mut, aus Euern Reihen jene Delegierten zu eliminieren, die fremde Arbeiter beschäftigen. Wenn wir Eure Reihen in diesem Kongreß durchgehen, werden wir solche Delegierte finden. Dabei gibt es bindende Beschlüsse des Kongresses, die zur Beschäftigung jüdischer Arbeiter verpflichten. Diese Leute aber gehorchen nicht dem Kongreß und nicht den Geboten des Lebens, dafür sprechen sie immer von zionistischer Disziplin und vom Primat nationaler Interessen. (Zivisebenruf des Misrachi-Delegierten MERE- LENDER: Ihr wollt den jüdischen Händler und kleinen Mann verdrängen!) So sollt Ihr sprechen, doch nur im Namen des Händlers, aber nicht im Namen des Nationalismus! Nicht wir, denen Ihr den Klassenstandpunkt zum Vorwurf macht, sondern Ihr seid die wahren Vertreter des Klassenkampfes. Noch ein Wort zur Frage der Alija. Ich weiß nicht, wie viele von Ihnen im Lande waren, nicht nur heute, wo es gut geht, sondern auch in schweren Zeiten, etwa in den Tagen der letzten Ausschreitungen, als es schwer war, im Galuth von Erez Israel zu sprechen. Sowie damals die Verbindung des Galuth mit Erez Israel wiederhergestellt war, wandten wir uns an unsere Genossen im Galuth: Kommet! Gebet uns neue Menschen und neue Einwanderung! Fragen Sie den Vertreter der Exekutive, wer damals nach Erez Israel ging, wo damals die Revisionisten waren! Was konnten sie anderes aufweisen als Resolutionen? In den Tagen, als man unter gefährlichen Bedingungen Menschen für die Arbeit organisieren mußte, da war der Chaluz in aller Munde, da gab es niemanden außer ihm (Zwischenruf SUPRASKY: Der ganze Jischuv hat sich verteidigt!). Ich spreche nicht vom Jischuv, ich spreche von Alija. Fragt doch das Warschauer Palästinaamt, wer die Zertifikate damals ausgenützt hat! In der Chaluzorganisation, diesem „Aussatz", wie Ihr sie nennt, gibt es heute 83.000 organisierte Mitglieder, davon 16.000, die auf Hachschara sind. Wo gibt es noch eine nationale Bewegung, die ein solches Heer zur Verfügung hätte, nicht für Paraden und Säbelrausch, sondern bereit, sein Leben zu re-