Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 296)
- Language
- German, English, Hebrew
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296 g. Kongreßsitzung: Generaldebatte geben werden könnte, besonders heute, wo wir mit einem so starken Einwanderungsstrom zu tun haben und die Bodenpreise so gestiegen sind, daß sich selbst Leute mit iooo Pfund nur schwer am Lande ansiedeln können. Leider haben wir in dieser Hinsicht bisher nichts erreicht und die neue Exekutive wird sich damit zu befassen haben. Und wenn Ihr (wendet sich zu den Linken) die neue Exekutive bilden werdet und nicht nur eine zionistische Partei, sondern die Zionistische Organisation repräsentieren wollt^ so werdet Ihr diese gerechten Forderungen erfüllen müssen. Nun zur Frage der Arbeitsbeziehungen. Wir Allgemeinen Zionisten erklären Euch: wenn Ihr auf dem Standpunkt steht, daß es keine neutralen Persönlichkeiten in Erez Israel gibt, daß man dort keine nationale Arbitrage und keine neutralen Arbeitsbüros errichten kann, dann wird der Kampf mit den Streikbrechern noch Jahre lang dauern; das wird die Atmosphäre des Jischuv vergiften, auch Euch zerbrechen und zur Einstellung der Einwanderung führen (Beifall). Zu einer Zeit, wo die Rechte der jüdischen Einwanderer beeinträchtigt werden und der Jischuv sich in Gefahr befindet, darf es keinen Unterschied zwischen einem Arbeiter und einem Bourgeois oder einem Kolonisten geben. Man muß für die Bildung einer jüdischen Mehrheit in Erez Israel kämpfen, und eine jüdische Mehrheit kann nur auf Grund einer Verständigung erzielt werden, und zwar in erster Reihe auf einer Verständigung auf dem Gebiet der Arbeitsbeziehungen (Beifall). ELIESER KAPLAN (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Der vorige Redner hat seine Worte mit der Bemerkung geschlossen, daß es keinen Unterschied zwischen dem Arbeiter und anderen Kreisen gibt. Ich möchte fragen, ob man auch beim Aufbau des politischen Lelebens in Erez Israel nach diesem Prinzip handelt. Wir besitzen in Erez Israel schon Anfänge einer selbständigen politischen Organisation in Form von Stadtverwaltungen und Kolonieräten. Und wenn wir zu den Stadtverwaltungen kommen, so nimmt man dem jüdischen Arbeiter das elementare Recht, das Wahlrecht. Sogar in Tel Aviv, das das demokratischeste Wahlrecht im Lande besitzt, sind 8 bis 10.000 Juden des Wahlrechtes beraubt. Noch schlimmer sieht es in den Kolonien aus. Und als die Regierung einen Gesetzentwurf über die Stadtverwaltung ausarbeitete, hat sich eine vereinigte heilige Front aller bürgerlichen Elemente in Erez Israel gebildet und, im Gegensatz zu dem Standpunkt der Exekutive der Agency und des Waad Leumi, die Einführung eines hohen Zensus gefordert, um den Arbeitermassen das Wahlrecht zu nehmen. Es ist kein Geheimnis, daß Arlosoroff, als er vom High Commissioner verlangte, daß den Arbeitermassen das Wahlrecht erteilt werde, in der Exekutive angegriffen und gefragt wurde, wer ihn dazu bevollmächtigt habe. Hier aber spricht man mit süßen Worten über Gleichheit und Einheit. Ja, es gibt eine Einheit, eine Einheit der Misrachi, Revisionisten und der Allgemeinen Zionisten und aller Balebatim in Erez Israel, um den Arbeiter seiner Rechte zu berauben. Es besteht noch ein weiterer Beginn autonomen Lebens in Erez Is-