Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 295

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 295 (sequence 295)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8702-3484852
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Suprasky 295 setz vom Jahre 1925 und die letzten Durchführungsbestimmungen dazu ungünstig sind, gibt es doch einen wichtigen Punkt darin: es sind die Bestimmungen betreffend die Einwanderung von Handwerkern mit einem Kapital von 250 Pfund. Wenn dieser Punkt bestätigt würde, könnte tausenden jüdischen Familien die Tür ins Land offen stehen. Leider hat die Exekutive dieser Sache keine Aufmerksamkeit geschenkt und nicht systematisch dafür gekämpft. Wir sind gegen das Zertifikat-System, wir verlangen die Uebergabe der Einwanderungskontrolle an die Zionistische Organisation. Wir wissen, daß das auf lange Zeit hinaus so gut wie ausgeschlossen ist. Die Regierung berücksichtigt bei der Zertifikat-Zuteilung nicht einmal die Ziffern unseres Einwanderungsdepartements, die auf verläßlichen Erhebungen begründet sind. Die künftige Exekutive muß mit allem Nachdruck darauf bestehen, daß die Regierung ihr eine bestimmte Zahl von Zertifikaten so lange zur dauernden Verfügung stellt, als die Zahl der Arbeitslosen nicht 10 0/0 übersteigt. Das Zertifikat-System muß eine Form annehmen, die uns die Möglichkeit einer jüdischen Masseneinwanderung gibt. Neben dieser Forderung nach außen hin, haben wir auch eine nach innen: Wir kämpfen dafür, daß die Zertifikate nicht nur einem Teil des Volkes gegeben werden, sondern allen Kreisen, die nach Erez Israel kommen und sich dort mit produktiver Arbeit befassen wollen. Wir fordern einen gewissen Teil der Zertifikate für Handwerker, Gewerbetreibende, Kleinindustrielle etc., die über ein kleines Kapital verfügen und sich durch ihre eigene Arbeit erhalten können. Wir fordern, daß die Zahl solcher Zertifikate dem Drang dieser Kreise nach Erez Israel und der Möglichkeit ihrer Einordnung im Lande entsprechend, vergrößert wird. In engem Zusammenhang damit steht die Frage der Einwanderung von Verwandten palästinensischer Einwohner. Bei der Exekutive liegen jetzt mehr als 10.000 solcher Gesuche um Erlaubnis für die Einwanderung von Verwandten, die sich — das beweist unsere Einwanderungspraxis — gewöhnlich im Lande sehr gut bewähren. Denn auch schwere Zeiten kann man, wenn man eine Stütze an seinen Verwandten hat, leichter überstehen. Leider stieß unsere Forderung auf Widerstand, man sagte, wir verlangten diese Zertifikate, um gegen die Arbeiter zu kämpfen. Wenn aber von 5000 Zertifikaten 1000 für diese erwähnten Kategorien bestimmt werden, dann dürfen sie nicht zurückgezogen und der Kategorie Alef zuerkannt werden. Das ist kein Kompetenzstreit, sondern der Kampf um das Recht eines jeden Teiles des Volkes, nach Erez Israel zu kommen. Dasselbe betrifft die Verteilung der K.K.L.-Böden. Der letzte Kongreß hat beschlossen, 10.000 Dunam für Mittelstandskolonisation zu bestimmen. Wieviel mußten wir kämpfen, bis wir die ersten 1000 Dunam in Wadi Chawarith bekamen. Erst eine Woche vor dem Kongreß wurde der Vertrag unterfertigt. Wir verhandelten mit dem K.K.L. wegen eines Areals von 10.000 Dunam bewässerbaren Bodens in der Haifa-Bucht, wo 1000 Familien die Möglichkeit zur Ansiedlung ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.