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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 291

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 291 (sequence 291)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Weinschall, Schapiro 291 dies eine vollständige Niederlage für die Zionistische Organisation sein (Beifall). MOSCHE SCHAPIRO (Hapoel Hamisrachi, Erez Israel — spricht jüdisch)': Das religiöse Judentum in der ganzen Welt und vor allem die religiöse Arbeiterschaft in Erez Israel verfolgt mit größtem Interesse diesen Kongreß, der den Beginn einer neuen Epoche in der Stellungnahme des religiösen Judentums schaffen soll. Alle unsere bisherigen Redner sind besonders auf das religiöse Problem eingegangen. Für uns ist die religiöse Frage eine der wichtigsten Fragen in Erez Israel. Man soll diese Frage nicht mit politischen Problemen vermengen. Für uns ist sie an sich die wichtigste und sie muß hier ihre Lösung finden. Es ist wichtig, auf den Unterschied hinzuweisen zwischen der Verletzung des Sabbaths durch Einzelne oder durch eine Organisation. Wenn ich über die Entweihung der Religion in Erez Israel spreche, so meine ich damit nicht nur die Arbeiter. Zu unserem Bedauern und zu unserer Schande gibt es auch Kolonisten, Industrielle, und sonst Baale Batim, die den Sabbath entweihen. Auch die Revisionisten, die in der Diaspora in ihren Reden sich positiv zu Religion stellen und den „Brith Jeschurun" gründen, veranstalten in Erez Israel verschiedene Zusammenkünfte an den Feiertagen und entweihen, was uns heilig ist. Und wenn ich mich besonders an Sie wende, so ist es deswegen, weil es einen Unterschied gibt zwischen der Sabbathentweihung durch einen Einzelnen und die durch die Oeffentlichkeit. Die Sabbathverletzung durch eine Partei ist bereits eine Art organisierter Sabbath Verletzung, die weit schwerer wiegt, als wenn es sich um Einzelne handelt. Weiters kommt hinzu, daß die Histadruth sozusagen eine Adresse ist. In der Histadruth liegt der Schlüssel der ganzen Frage. Sie ist imstande, eine vollständige Aenderung im Verhältnis zur Religion in Erez Israel zu bringen. Leider gibt es bei der Histadruth gewisse Gruppen, bei denen der Kampf gegen uns zu einer Art Pflicht geworden ist. Ich führe ein Beispiel an: Arbeiter des Hapoel Hamisrachi haben in Haifa Betonarbeiten ausgeführt. Freitag abend verlassen sie die Arbeit und schließen die Maschine. Am Sabbath früh kommt eine Gruppe des Haschomer Hazair, zerbricht die Schlösser, öffnet die Maschine und beginnt mit der Arbeit. Ich frage: Ist das nicht Streikbrecher^ im ärgsten Sinne? Ist das mit Arbeitersolidarität vereinbar? Am wenigsten entfernt vom Begriff der Arbeitersolidarität sind die Kinder von Balebatim, die Sozialisten geworden sind. Es muß in Erez Israel ein Weg gefunden werden, diese unerträgliche Lage zu ändern. Ben Gurion hat vom Kulturkampf gesprochen. Es ist zu befürchten, daß dieser Kulturkampf in Erez Israel den ganzen Aufbau des Landes in Gefahr bringt. Mit besonderer Befriedigung konstatiere ich, daß Ben Gurion davon gesprochen hat, es sei notwendig, eine friedliche Atmosphäre dem religiösen Judentum gegenüber zu schaffen. Man hat früher anders geredet und wir sehen darin einen Wendepunkt in der Auffassung der Histadruth. Wenn Ben Gu- 19*

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