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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 290

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 290 (sequence 290)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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290 g. Kongreßsitzung: Generaldebatte Zahlen zugenommen und betrugen im Jahre 1924: 46, 1558 bezw. 24.665. In diesem Jahre gingen bis zum Monat August 17.650 Arbeitstage verloren. Dieses Spielen mit Streiks, die ohne jeden Grund vor sich gehen und dem Aufbau des Landes schaden, muß ein Ende nehmen. Was ist denn einer der Hauptgründe für die Streiks? Man verlangt, daß niemand zur Arbeit angestellt werde, der nicht von der Histadruth aus gesandt wird. Ihr habt Geschichten über zionistische Streikbrecher gehört. Ich will von dieser Tribüne herunter Ihnen das Geheimnis erklären, worin diese Streikbrecher^ besteht. Es wird ein Streik proklamiert und man verlangt, daß keine revisionistischen Arbeiter angestellt werden, und dann fordert man uns auf, uns an diesem Streik zu beteiligen. Wenn wir uns nun an diesem Streik nicht betei-. ligen wollen und erklären, daß wir keine Mitglieder der Histadruth seien und uns nicht an das Arbeitsbüro der Histadruth wenden wollen, so werden wir als Streikbrecher proklamiert. Das ist dasselbe, als wenn die Nazi in Deutschland verlangt hätten, keine jüdischen Arbeiter anzustellen, und die jüdischen Arbeiter aufgefordert hätten, dafür zu kämpfen, sonst würden sie als Streikbrecher proklamiert. Die Streiks in Tel Aviv, in Petach Tikwa und bei Frumin trugen diesen Charakter. Die Linken wollen es darauf anlegen, daß niemand nach Palästina einwandert und niemand dort Arbeit bekommt, der nicht zur Histadruth gehört. Der Kongreß muß eine Antwort erteilen, ob er mit diesem gefährlichen Bestreben einverstanden ist. Die Zionistische Organisation wird künstlich in ein Instrument der Zweiten Internationale verwandelt, anstatt als Hauptinstrument dem jüdischen Volke zu dienen, das nach seinem Lande zurückkehren will. Und wenn dieser Kongreß nicht das geeignete Wort findet und eine klare Erklärung abgibt, daß er alle Bestrebungen dieser Art ablehnt und zu einem Instrument für die Einwanderung von jüdischen Massen ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit, aber nicht zu einem Instrument für Leute von bestimmten Anschauungen werden will, dann wird dies das Schicksal der zionistischen Bewegung entscheiden: sie wird zu einer kleinen Bewegung für soziale Experimente werden und nicht zu einer jüdischen Massenbewegung für die Lösung der Judenfrage. Unsere Kollegen leiden unter einer Atmosphäre des üerrors, der in Erez Israel lang vor dem 16. Juni bestand. Alle wissen von den Exzessen gegen Revisionisten in Tel Aviv am letzten Tage des Pessach. Aber nicht alle wissen, was am Schawuoth in Haifa vorgekommen ist und daß man in Migdal, Kfar Saba, Petach Tikwa unsere Arbeiter geschlagen und verletzt hat, daß man auf unsere Arbeiter in Jerusalem Steine geworfen hat und daß man jedem, der nicht der Histadruth angehören will, die Möglichkeit nimmt, in Palästina zu arbeiten. Das Schicksal der zionistischen Bewegung liegt in Euren Händen. Wenn der Zionistische Kongreß den richtigen Weg finden wird, so wird er alle jüdischen Kräfte um den Aufbau Erez Israels konzentrieren. Wenn aber dieser Kongreß auch weiterhin den Weg beschreiten wird, den er bisher beschritten hat, und immer mehr sein Bestreben betonen wird, nur einem Teil der zionistischen Bewegung zu dienen, so wird

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