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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 289

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 289 (sequence 289)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Catastini, Weinschall 289 der Idee sympathisierende Gönner dafür Geld hergaben. Heute hat sich das grundlegend geändert. Heute muß der Zionismus den jüdischen Massen eine Antwort geben und sie aus der Hölle retten. Das jüdische Volk fragt sich, ob die Zionistische Organisation fähig ist mit dem bisherigen System Schluß zu machen, den Auszug des jüdischen Volkes zu organisieren und ihm zu ermöglichen, in Massen ins Land zu kommen, oder ob die Organisation eine Institution bleiben wird, die in Palästina vereinzelte Werke schafft, die keine Beziehung zur Lösung der Judenfrage und Judennot haben. In der Türkenzeit gab es einen roten Zettel. Nur Juden, die einen solchen besaßen, konnten ins Land kommen. Heute besteht der rote Zettel in Form des Zertifikates. Die traurige Tatsache muß hier hervorgehoben werden, daß nach Erez Israel nur der kommen kann, der einen „roten Paß" besitzt. Man bedient sich des Zertifikates als eines politischen Mittels, um nur solchen Menschen die Einwanderung zu ermöglichen, die eine bestimmte politische Ueberzeugung haben. Wir betrachten das gesamte System der Zertifikate als ein Unglück. Anstatt dafür zu kämpfen, daß Erez Israel den jüdischen Volksmassen geöffnet wird, sind wir genötigt, dagegen zu kämpfen, daß die Zertifikate als Mittel zu politischem Druck verwendet und daß keine Unterschiede bei der Einwanderung zwischen einem Juden und dem andern gemacht werden. Wir kämpfen für das Recht eines jeden Juden ohne Unterschied der Partei und der Gesinnung, nach Erez Israel einzuwandern und in Erez Israel zu arbeiten. Sie haben von den Führern der Linken den Vorschlag gehört, daß gewissen Parteien keine Zertifikate gegeben werden sollen, und daß die Zertifikate als Repressalien angewandt werden, um in der Zionistischen Organisation Disziplin durchzusetzen. Ich frage den Kongreß: Seit wann hängt die Einwanderung von Juden nach Erez Israel mit der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation oder mit Wahrung von Disziplin der Zionistischen Organisationen zusammen? Die Zionistische Organisation muß auf dem Standpunkt stehen, daß jeder Jude ohne Unterschied des Standes und der Anschauungen das Recht hat, nach Erez Israel einzuwandern. Es droht eine Gefahr nicht nur denjenigen, denen man das Recht zur Einwanderung nach Erez Israel nehmen will, sondern der gesamten zionistischen Bewegung. Denn wenn die zionistische Bewegung den hier geschilderten Weg beschreiten wird, so wird sie zu einer kleinen Partei werden und nicht mehr die führende Rolle spielen, die sie im jüdischen Volke haben sollte, jedoch sich nicht zu erhalten wußte. Nun zur inneren Lage in Erez Israel — über das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In dem Bericht der Exekutive werden dieser Frage nur zwei Seiten gewidmet. Wir betrachten es als eine große Gefahr für die zionistische Bewegung, wenn das Spiel der Streiks in Erez Israel fortdauert. Ich will einige Daten anführen: Im Jahre 1919 gab es einen Streik mit. 40 Teilnehmern, und einen Verlust von 560 Arbeitstagen. Im Jahre 1920 betrugen die betr. Zahlen 3, 44 bezw. 591, im Jahre 1921: 9, 233 bezw. 3757. So haben die 19

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