Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 287)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rothenberg, Motzkin, Catastini 287 Die Schwierigkeit, uns diese Mitarbeit zu sichern, darf nicht unterschätzt werden; wir sind aber sicher, daß unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden. Wir haben freudigen Herzens gesehen, daß die vom Kongreß angenommene Resolution über die Deutschlandfrage auch den Vorschlag eines Appells an den Völkerbund zur Mitarbeit umfaßt; doch wurde er, fürchte ich, nicht eindringlich genug vorgebracht, um auf die Oeffentlichkeit den richtigen notwendigen Eindruck zu machen. Der Kongreß muß sich, bevor er auseinandergeht, vergewissern, daß von der Exekutive oder von einer vom Kongreß eingesetzten Sonderkommission endgültige energische Schritte zur Sicherung internationaler Mitarbeit bei der Lösung des Problems der jüdischen Heimatlosigkeit unternommen werden. Diese Frage muß vor der Welt in aller Eindringlichkeit behandelt und ihr zum Bewußtsein gebracht werden. Das jüdische Volk steht am Rande eines Abgrunds. Die Stunde verlangt mutige und weitblickende Führer, die eine große Tragödie umwandeln sollen in einen Wendepunkt der Geschichte (Lebbafter Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN (spricht französisch): In tiefster Ehrerbietung gestatte ich mir, unseren Gast, Monsieur Vitta Catastini, den Direktor der Mandats-Sektion des Völkerbundes zu begrüßen (Lebhafter Beifall). In dieser Eigenschaft hatten Sie sich oft mit unseren Fragen zu beschäftigen und der Ständigen Mandatskommission unsere Berichte zu übermitteln, die sie ihren Beratungen zugrundelegte. Ich möchte hier daran erinnern, mit welch fieberhaftem Interesse die Sitzungen der Mandatskommission stets vom jüdischen Volke verfolgt werden. Besonders in einem Augenblick, wo große jüdische Massen dem wirtschaftlichen Untergang preisgegeben sind, richten sich die Augen des ganzen Judentums auf diese Institution, die dazu berufen ist, den Wiederaufbau des Jüdischen Nationalen Heimes in Palästina zu kontrollieren und seine Verwirklichung zu unterstützen. Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, daß unser Volk die Hoffnung besitzt, daß der Völkerbund in die Erkenntnis des katastrophalen Charakters der augenblicklichen Lage des jüdischen Volkes eindringen und begreifen wird, daß es heute die Pflicht der Menschheit, oder, um mich konkreter auszudrücken, daß es die Pflicht des Völkerbundes ist, den jüdischen Massen die Möglichkeit einer sehr großen Auswanderung nach Palästina zu gewähren und daß er durch Vermittlung der Mandats-Sektion oder der Ständigen Mandatskommission berufen ist, an der Verwirklichung dieses Zieles teilzunehmen und die Mittel zu seiner Erreichung zu finden (Beifall). M. VITTA CATASTINI (Dir. d. Mandats-Sektion des Völkerb. — spricht französisch): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir, französisch zu sprechen, da ich zu meinem Bedauern Ihre Sprache nicht beherrsche. Die Arbeit Ihres Kongresses ist eine konkrete, sachliche Arbeit und in diesem Augenblick von ganz besonderer Bedeutung. Eine Begrüßung bedeutet eine Unterbrechung dieser Arbeit und muß darum möglichst kurz gefaßt sein. Ich danke Ihnen, Herr Präsident,