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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 286

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 286 (sequence 286)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8693-3484843
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286 9- Kongreßsitzung: Generaldebatte gelingen wird, eine beträchtliche Summe aus jüdischen Quellen aufzubringen. Wir glauben jedoch nicht, daß es unter den jetzigen Bedingungen möglich ist, mit den üblichen Sammelmethoden jene großen Summen aufzubringen, die für die laufenden Bedürfnisse des Keren Hajessod und für jene umfassenden Arbeiten in Palästina nötig sind, die die Grundlage für die Ansiedlung einer starken Einwanderung schaffen müssen. Es ist klar, daß wir nicht zwei gesonderte Fonds haben können, einen für den Keren Hajessod, und einen für die deutschen Juden. Und wenn der größte Teil der für die Deutschlandhilfe eingehenden Gelder dem Keren Hajessod zufließen soll, der, wie wir wissen, eine beträchtliche Schuld zu decken hat, bevor er wirklich neue Aufbauarbeit unternehmen kann, wie können wir ehrlicherweise zu dem jüdischen Publikum kommen und Geld für die Hilfe für deutsche Juden verlangen? Es ist klar, daß wir für die Lösung der ungeheuren Frage jüdischer Heimatlosigkeit Hilfe von außen schaffen müssen. Wir müssen internationale Mitarbeit erlangen, wenn etwas Wesentliches zur Lösung dieses Problems geleistet werden soll. Wir müssen die ganze brennende Frage der jüdischen Heimatlosigkeit vor das Forum internationaler Erörterungen bringen, vor das es gehört. Dieser Tage erst gab der große Präsident der cechoslovakischen Republik, Thomas G. Masaryk, der Meinung Ausdruck, daß das Problem der jüdischen Flüchtlinge eine internationale Frage ist, da es die Interessen vieler Nationen berührt. Dies ist kein neuer Gedanke, denn es gibt bereits Präzedenzfälle für Hilfe des Völkerbundes bei der Repatriierung von Flüchtlingen. In dieser Ueberzeugung haben die. amerikanischen Zionisten und Nichtzionisten seit Monaten die Frage ernst erwogen und unserer Exekutive in London vorgeschlagen, durch die Mandatarmacht einen Appell an den Völkerbund zu richten, damit uns internationale Zusammenarbeit ermögliche, einen umfassenden Siedlungsplan in Palästina für eine Reihe von Jahren in Angriff zu nehmen. Ob durch Ausgabe einer internationalen Anleihe oder auf andere Weise, wir sind überzeugt, daß die finanziellen Mittel zur Durchführung einer solchen Ansiedlung beschafft werden können, wenn das Interesse und die Bereitwilligkeit der Mandatarmacht und des Völkerbundes dafür gesichert werden können. Wir wissen, daß die jetzige finanzielle und wirtschaftliche Lage in den europäischen Ländern für einen solchen Appell nicht sehr günstig ist. Wir wollen aber auch nicht glauben, daß die Kulturmenschheit dem jüdischen Volke ihre Hilfe verweigern wird in einer Zeit, wo es buchstäblich zermalmt wird. Die Welt, die die Judenfrage geschaffen hat, muß sie lösen helfen. Auch die amerikanischen Zionisten hoffen, annehmen zu können, daß die Regierung der Vereinigten Staaten, die seit der Zustimmung unserer Regierung zur Balfour-Deklaration tiefes Interesse an der Entwicklung des Jüdischen Nationalheimes gezeigt hat, ebenso wie im Falle der griechischen Flüchtlinge einen Weg finden wird, um an der Lösung des tragischen Problems der jüdischen Heimatlosigkeit tatkräftig mitzuwirken.

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