Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 280

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 280 (sequence 280)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8687-3484837
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

280 g. Kongreßsitzung: Totenfeier Schlomo Lipschitz aus Buenos Aires, der Begründer und Ehrenpräsident der argentinischen Organisation, hat unter schwierigen Verhältnissen in diesem jüdischen Zentrum organisatorische Arbeit geleistet. Dank seiner Arbeit hat sich die Zionistische Organisation in Argentinien sehr schön entwickelt und wir hoffen von ihr noch viele neue Kräfte für Erez Israel. Noch einen zionistischen Märtyrer habe ich zu erwähnen, den in Persien getöteten Schmuel Jecheskel Haim, den die Regierung hinrichten ließ, weil er sich mit zionistischer Arbeit befaßte und mit uns in Verbindung stand. Ich erkläre hier ausdrücklich, daß seine Arbeit nicht, wie man heute noch in Persien glaubt, gegen die Regierung gerichtet war; sein Andenken sei in Ehre gewahrt! Dr. Ariel Bension, ein Sepharde, hat als Agitator für den Keren Hajessod, besonders unter den Sephardim, überaus wertvolle Arbeit geleistet und das Vertrauen gerechtfertigt, das wir in ihn gesetzt haben. Er hat Südamerika und viele andere Länder für uns gewonnen, auch wertvolle literarische Arbeit geleistet. Ich erwähne sein Buch über die Kabbala der Sephardim. In jungen Jahren ist er uns entrissen worden. Frau Dr. Augusta Steinberg-W eldler, zionistische Schriftstellerin, Präsidentin der WIZO in Zürich, hat bis zu ihrem letzten Tage treu und hingebungsvoll für den Zionismus gearbeitet. Sie hat auch ein wertvolles Werk über die Geschichte der Juden in der Schweiz verfaßt. Ein berühmter greiser Gelehrter war Dr. David L. Simonsen aus Kopenhagen; er gehörte keiner Organisation an, war aber eine ganze, durchaus harmonische Persönlichkeit, ein wahrer Rabbi in Israel, der uns in seinem Geiste nahestand. Als die Zionistische Organisation während des Krieges in Kopenhagen ihren Sitz hatte, konzentrierte sich die zionistische Arbeit um diesen herrlichen jüdischen Menschen. Professor Boris Schatz, ein im Zionismus wohlbekannter Name. Er hat das, was er sein Leben lang geträumt hat, erfüllen dürfen. Es war ihm vergönnt, in unserem Lande zu wirken und mit Palästina zu verschmelzen. Er war ein wahrhaft schöpferischer Mann, und wenn auch der Bezalel, den er geschaffen hat, vielleicht nicht in jeder Hinsicht vollkommen war, so war er doch eine Neuschöpfung, von ihm ins Leben gerufen. Schatz war in Rußland geboren und hat in Bulgarien gewirkt, bis sich seine Sehnsucht, nach Erez Israel zu gehen, erfüllte. Im Bezalel hat er sich ein lebendiges Denkmal für alle Zeiten errichtet. Es. ist unsere heilige Pflicht, den Bezalel zu erhalten. Zusammen mit Schatz nenne ich den lieben Künstler, meinen Jugendfreund, den Maler Leopold Pilichowski. Er war stark wie eine Zeder, ein Mann voll Energie, jung trotz seiner Jahre. Durch fast vierzig Jahre hat er viele ausgezeichnete Bilder geschaffen. Er hat die jüdische Schönheit, die Schönheit des polnischen Judentums, entdeckt; er war der Künstler des Ghetto, aber er ist auf eine höhere Stufe gestiegen: die Stufe eines Künsters in Erez Israel. Dieser Uebergang war nicht leicht. Er aber hat ihn vollzogen und seine ganze

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.