Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 278)
- Language
- German, English, Hebrew
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278 g. Kongreßsitzung: Totenfeier Dr. Adolf Friedemann, einer der Ersten in Deutschland, der für zionistischen Geist unter den deutschen Juden warb. Er beendete sein Leben mitten in aufopferungsvoller Arbeit für den Keren Hajessod in Holland. Alle, die ihn bei der Arbeit gesehen haben, bewunderten seine Begeisterung und seinen Eifer, wie ihn nur einer der ersten Herzt- Zionisten aufbringen konnte. Einer unserer Teuersten war Elijahu Halevy Lewin-E-pstein aus New York; richtiger wäre zu sagen: aus Warschau, denn dort begann er seine zionistische Tätigkeit, als die Warschauer Choveve-Zion ihre erste Kolonie in Palästina gründeten, Menucha wenachla, auf deren Boden heute Rechoboth steht. Er wurde mit den Ersten nach Erez Israel geschickt und arbeitete dort viele Jahre als begeisterter Zionist und Mann der Tat. Später übersiedelte er nach New York, aber die Aenderung seines Wohnsitzes bedeutete keine Aenderung seiner Lebensarbeit. Er arbeitete auch in Amerika so wie früher in Erez Israel und in Polen, als Vertreter der Karmel-Gesellschart, knüpfte Beziehungen zwischen Amerika und Erez Israel, verwandte viel Zeit auf Reisen und Referate und gegen Kriegsschluß kam er an der Spitze einer großen Delegation der Hadassah nach England. Er war eine allgemein anerkannte zionistische Persönlichkeit, dessen Andenken in Ehren gehalten werden wird. Noch einige Worte über sein tragisches Lebensende. Er liquidierte seine Geschäfte in Amerika, um in Erez Israel seinen Lebensabend zu verbringen. Vor seiner Abreise veranstalteten seine Freunde, darunter die ersten Choveve-Zion, einen Abschiedsabend, und wir alle freuten uns, daß es ihm vergönnt sei, ins Land der Väter zurückzukehren. Auf der Reise hielt er sich in Deutsch - - land auf, um einen Arzt aufzusuchen. Aber seine Krankheit verschlimmerte sich und raffte ihn dahin. Sein Körper ruht in palästinensischer Erde. Ich gedenke des Heinrich Stein aus Jassy, ohne den man sich einen Zionistenkongreß schwer vorstellen konnte. Seine zionistische Hingabe war bekannt. Viele von uns haben ihn auch bei seiner Arbeit in Rumänien gesehen. Er war ein treuer Mann, einer der begeistertsten Zionisten. Ich gedenke des Herbert Bentwich. Er hat die wahre Verbindung zwischen Erez Israel und England symbolisiert. Auch sein Name ist im Zionismus historisch geworden. Er war einer der ersten, die zusammen mit einer zionistischen Gruppe in besonderer Mission nach Erez Israel gingen. Er gehörte zu denen, die die Statuten des Keren Kayemeth bei dessen Gründung verfaßt haben. Unermüdlich war Bentwich in der zionistischen Arbeit tätig. Er hat aber auch das getan, was er anderen geraten; er schlug seinen Wohnsitz in Erez Israel auf. Er war schon alt, als er hinkam, wollte aber noch immer für den Zionismus, für einen vollkommenen Zionismus, wirken. In Erez Israel ist das schöne Kapitel seines zionistischen Lebens zu Ende gegangen. Mit Herbert Bentwich wurde eine große zionistisch-jüdische Familie von England nach Erez Israel verpflanzt. Ich gedenke mit Liebe und tiefem Schmerz des teuren Freundes