Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 277)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ringel, Melchett, Erleigh, Sokolow 277 obachtet. Ich hoffe aufrichtig, daß das Ergebnis dieser Beratungen erfolgreich sein wird und daß Sie uns eine Leitung und Führer geben werden, die die für den Zionismus jetzt so wesentliche Arbeit fördern werden. LADY ERLEIGH (spricht englisch): Chaverim! Ich bin sehr stolz, hier zum ersten Male vor den Kongreß zu treten; allerdings — ich muß es zugeben — ich bin auch ein wenig ängstlich. Ich bin heute mit meinem Bruder hierhergekommen, weil ich, wie Sie alle wissen, mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei meiner Arbeit in Palästina bin. Mein einziger Wunsch ist, weiterarbeiten und das Werk meines Vaters am Aufbau Palästinas fortführen zu können. Ich wünsche Ihnen vollen Erfolg bei Ihrer Arbeit und vor allem Einigkeit in Erez Israel! (Lehrhafter Beifall.) GEDENKREDE FÜR DIE TOTEN. Dr. NAHUM SOKOLOW (Präs. d. Zion. Org. — spricht hebräisch): Geehrter Kongreß, wir trauern alle und kein Ende hat die Trauer über den Verlust unseres lieben Führers Dr. Arlosoroff (Der Kongreß erhebt sich). Sein Name wird mit goldenen Lettern in unserer Geschichte eingeschrieben bleiben. Es gibt aber auch andere, die ihr Leben dem Volk zum Opfer brachten. Sie sind uns wie jener unbekannte Soldat, dessen Namen niemand weiß, der aber die große Schar der toten Soldaten versinnbildlicht. Auch wir haben eine Reihe von Märtyrern, die ihr Leben lassen mußten, nicht wie die Märtyrer des Mittelalters, die man vor die Alternative stellte, Tod oder Taufe — sie fielen nicht für Kiddusch Haschern, sondern einfach, weil sie Juden waren. Aber auch sie gehören in die lange Reihe unserer Märtyrer. Ihre Namen sind unbekannt. Aber es wird eine Zeit kommen, wo auch sie in das Pantheon der jüdischen Geschichte eingehen und wir ihrer Namen gedenken werden, wie der mittelalterlichen Märtyrer von Mainz und Speyer, Vorläufig aber wollen wir ihrer gedenken wie des Unbekannten Soldaten und ihr Andenken durch eine Minute Stillschweigen ehren (Der gesamte Kongreß verharrt eine Minute lang in Schweigen). Die Liste unserer Toten ist sehr lang und ich kann nur einen Teil all dieser uns teuren und heiligen Namen nennen. Da ist vor allem das Mitglied des Aktionskomitees Joseph Cowen aus London, einer von unseren Besten, wohin man ihn auch stellte. Im Engeren Aktionskomitee und im Großen Aktionskomitee, in den verschiedenen Kommissionen, überall in England und außerhalb seiner Grenzen diente er unserer Sache mit Leib und Seele. J. L. Greenberg, der Redakteur des „Jewish Chronicle", war einer der besten Freunde Herzls. Er trat besonders in der Ugandafrage hervor und seine Stellung in dieser bedeutsamen Episode der zionistischen Geschichte hat historischen Wert. In den letzten Jahren war er einer der ergebensten Anhänger des radikalen palästinensischen Zionismus.